Konsum: Deutsche sparen stärker als andere Europäer beim Einkauf
Höhere Preise infolge des Nahostkriegs treffen Verbraucher in vielen Ländern. Laut einer Umfrage kaufen Konsumenten in Deutschland besonders preisbewusst ein.
Seit Ausbruch des Nahostkriegs Ende Februar haben die Energiepreise und auch die Gesamtinflation spürbar angezogen. Das trifft Verbraucher europaweit. Laut einer Umfrage reagieren aber Konsumenten in Deutschland besonders sensibel und sparen mit wenigen Ausnahmen stärker.
Laut einer Erhebung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) achten Konsumenten hierzulande sehr häufig auf Rabatte und kaufen regelmäßig günstigere Eigenmarken.
78 Prozent der rund 1800 in Deutschland befragten Personen rechnen laut der Umfrage damit, dass die Preise in den nächsten sechs Monaten weiter steigen werden. Gleichzeitig geht fast jeder Dritte davon aus, dass das jeweilige Einkommen oder die Ersparnisse zurückgehen werden.
64 Prozent der Befragten in Deutschland bezeichneten die wirtschaftliche Lage als schlecht. Das sind zwei Punkte mehr als vor einem Jahr. Im europäischen Schnitt sind es 56 Prozent.
BCG hat im April mehr als 20.000 Verbraucher in elf Ländern befragt – in Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Spanien und dem Vereinigten Königreich.
»Die Konsumzurückhaltung vieler Deutscher ist nicht nur Ausdruck finanzieller Sorgen«, sagte BCG-Expertin Karin von Funck. »Verbraucher wägen heute insgesamt stärker ab, wofür sie ihr Geld ausgeben. Sie vergleichen mehr, hinterfragen Ausgaben kritischer.«
Ausnahmen im Sparverhalten zeigten sich demnach lediglich bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Tiernahrung oder Haushaltspflege. Bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen würden von Rabatten beeinflusst, insbesondere bei Mode, Möbeln und Hausgeräten, schreibt BCG. 55 Prozent der Deutschen kaufen demnach regelmäßig Eigenmarken statt teure Markenprodukte. Im europäischen Schnitt sind dies nur 39 Prozent.
Nachhaltigkeit spielt beim Konsum offenbar eine geringere Rolle. In Deutschland sind demnach nur noch 17 Prozent der Verbraucher bereit, für nachhaltige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis stehe klar im Vordergrund, sagte BCG-Expertin von Funck. Vier von zehn Deutschen würden selbst zusätzliches Einkommen zunächst sparen statt es auszugeben. Damit steht Deutschland insgesamt an der Spitze.
In ganz Europa sind Verbraucher aber offenbar eher darauf bedacht, auf gesunde Ernährung zu achten. 64 Prozent kochen demnach lieber frisch, statt Fertiggerichte zu kaufen, 48 Prozent achten auf Produkte ohne künstliche Inhaltsstoffe.
Die Hälfte bevorzugt zucker- oder kalorienarme Getränke. 46 Prozent haben ihren Alkoholkonsum reduziert oder planen dies
📌 Kaynak
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