Erntehelfer in Italien: Ein tödliches System voller Ausbeutung

💰 Ekonomi 📰 Tagesschau 🕐 2 saat önce
Erntehelfer in Italien: Ein tödliches System voller Ausbeutung

Im Süden Italiens sind vier ausländische Erntehelfer brutal getötet worden. Die Tat wirft ein Schlaglicht auf die systematische Ausbeutung in Italiens Landwirtschaft. Von Anna Giordano .[ mehr ]

Im Süden Italiens sind vier ausländische Erntehelfer brutal getötet worden. Die Tat wirft ein Schlaglicht auf die systematische Ausbeutung in Italiens Landwirtschaft.

"Es muss nach dieser Tragödie, nach diesem Mord, ein Ruck durch die Gesellschaft gehen", schreit Maurizio Landini auf der Piazza des kleinen Ortes Amendolara in Kalabrien ins Mikrofon. Er ist der Generalsekretär der CGIL, des größten Gewerkschaftsbundes Italiens.

Es sind etwa 3.000 Leute, die hier für einen Protestmarsch zusammengekommen sind. Die meisten sind Mitglieder der Gewerkschaft oder Mitte-Links-Politiker der Oppositionsparteien. Sie alle sind schockiert über das, was vergangene Woche am helllichten Tag passiert ist.

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Zwei Männer gossen an einer Tankstelle Benzin ins Innere eines Autos, in dem fünf ausländische Erntehelfer saßen. Sie warfen ein Feuerzeug hinein, hielten von außen die Türen zu, solange es ging, und rannten dann weg.

Die Erntehelfer verbrannten bei lebendigem Leib - bis auf einen: Taj Amar, ein 35-jähriger Mann aus Afghanistan. Er und seine Kollegen hätten ihre Vorsteher um Geld gebeten, der Streit sei eskaliert. Seit einem Monat hätten sie kein Gehalt bekommen, aber jeden Tag auf dem Feld gearbeitet.

In Italien nennt man die Vorsteher der Erntehelfer "Caporali", die in diesem Fall das Auto in Brand gesteckt hatten. Zu ihrem genauen Motiv wird noch ermittelt.

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Doch was da in Calabrien passiert ist, ist nur die Spitze des Eisbergs eines ganzen Systems, sagt Fabio Ciconte, Vorsitzender der italienischen Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Terra. "Das sogenannte Caporalato ist ein System, das in Italien seit Jahrzehnten funktioniert", so Ciconte.

Es basiere auf der Vermittlung zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage. Die Landwirte bräuchten eine riesige Menge Arbeiter, wenn sie Orangen, Mandarinen, Avocados, Tomaten oder Erdbeeren ernten müssen. "Und hier kommen die Caporali ins Spiel", sagt Ciconte.

Sie seien wie eine Agentur, würden den Landwirten billige Arbeitskräfte anbieten, und daran selbst verdienen, indem sie die Menschen, meist Migranten, ausbeuten: "Weil sie ihnen ein erbärmliches Gehalt geben und sie zwingen, in elenden Behausungen zu leben: Wir haben in ganz Italien Ghettos, in denen Tausende Menschen leben."

Der aktuelle Fall in Kalabrien bestätigt das. Die Unterkunft der getöteten Männer war eine ärmliche Zwei-Zimmer-Wohnung, in der die Arbei

#wirtschaft

📌 Kaynak

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