China: Chinesische Exporte wachsen überraschend stark
Die starke Nachfrage nach Hardware für KI lässt Chinas Außenhandel wachsen. Unsicherheiten auf den internationalen Märkten tragen ebenfalls dazu bei.
Chinas Außenhandel boomt: Exporte im Mai um 19,4 Prozent gestiegen, Handelsüberschuss auf über 105 Milliarden Dollar angewachsen. Besonders die Ausfuhren in die USA legten deutlich zu. Gründe sind die hohe Nachfrage nach KI-Hardware und Unsicherheiten auf den Weltmärkten. Trotz des starken Außenhandels leidet China unter schwacher Binnennachfrage und Überkapazitäten. Die Spannungen mit Handelspartnern nehmen zu, die Chinas Exportmodell kritisieren.
Der chinesische Außenhandel ist im vergangenen Monat deutlich stärker gewachsen als Ökonomen erwartet hatten. Aufgrund einer hohen Nachfrage nach Halbleitern und Hardware für künstliche Intelligenz (KI) stiegen die Ausfuhren aus China im Mai um 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie die Zollbehörde des Landes mitteilte. Experten hatten mit einem Zuwachs von 15 Prozent gerechnet.
Der chinesische Handelsüberschuss stieg den Angaben nach von 85 Milliarden US-Dollar im April auf mehr als 105 Milliarden Dollar und damit um 13 Milliarden Dollar mehr, als für Mai erwartet wurde. Besonders groß fiel der Anstieg der Exporte bei den Ausfuhren in die USA aus: So lieferte China im vergangenen Monat Waren für knapp 39 Milliarden Dollar in die USA, zehn Milliarden mehr als während eines Handelsstreits zwischen den beiden Ländern im Vorjahresmonat.
Neben der Nachfrage nach KI-Hardware haben auch Unsicherheiten auf den Weltmärkten durch den Irankrieg die chinesische Exportwirtschaft gestärkt. Ausländische Käufer zogen Bestellungen vor, um sich gegen steigende Energiekosten und mögliche Unterbrechungen von Lieferketten abzusichern. Neben Mikrochips gehören auch Elektroautos und Produkte für Solaranlagen zu den wichtigsten Warengruppen beim chinesischen Export.
Für China kommen die Handelszahlen zu einer wirtschaftlich schwierigen Zeit: Die Binnennachfrage in dem Land war zuletzt schwach, der Anteil von Subventionen an den Marktanteilsgewinnen chinesischer Unternehmen sehr hoch. So wies etwa die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) jüngst darauf hin, dass fast zwei Drittel der Steigerungen beim Marktanteil auf staatliche Förderung zurückzuführen seien.
Teile der chinesischen Industrie leiden infolgedessen unter Überkapazitäten und Preisdruck. Der starke Außenhandel kann die kriselnde Binnennachfrage zwar abfedern, trägt aber zugleich zu Spannungen mit Handelspartnern bei, die Chinas Exportmodell kritisieren und dem Land unfaire Handelspraktiken vorwerfen.
📌 Kaynak
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