Trotz Geldstrafe: NSO Group erneut bei Spyware-Attacken über Whatsapp erwischt
Die NSO Group musste für Spyware-Attacken auf Whatsapp-Nutzer bereits über 167 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Doch die Angriffe gehen offenbar weiter. ( Spionage , Onlinedurchsuchung )
Eigentlich ist es dem israelischen Spyware-Hersteller NSO Group per Gerichtsbeschluss untersagt worden, Spionageangriffe auf Whatsapp-Nutzer auszuführen. Laut einer neuen Pressemitteilung von Whatsapp(öffnet im neuen Fenster) scheint das Unternehmen dieser Praxis aber noch immer nachzugehen. Und das, obwohl ein US-Gericht der NSO Group dafür bereits eine Geldstrafe in neunstelliger Höhe auferlegt hatte.
Laut Whatsapp beschwerten sich mehrere Nutzer des Dienstes über Social-Engineering-Angriffe. Der Anbieter konnte diese Angriffe nach eigenen Angaben mit der NSO Group in Verbindung bringen. "Die Angreifer versuchten, Nutzer dazu zu verleiten, auf bösartige Links zu klicken, um sie auf externe Websites außerhalb von Whatsapp zu leiten", heißt es in der Mitteilung.
Bei früheren Kampagnen soll die NSO Group ähnlich vorgegangen sein. Der Spyware-Hersteller soll dafür Testkonten und Whatsapp-Gruppen angelegt haben, die der Betreiber aber wohl inzwischen entfernt hat. Whatsapp nennt zudem drei Domains, die im Rahmen der jüngst beobachteten Angriffe genutzt wurden: ikhwancast.com, ghazacast.com und fr24cast.com.
Whatsapp nutzt diese Gelegenheit allerdings nicht nur, um Nutzer vor den beobachteten Phishingangriffen zu warnen. Das Unternehmen will angesichts des 2025 gefällten Urteils gegen die NSO Group auch juristisch nochmal nachlegen. Damals habe Whatsapp "eine dauerhafte einstweilige Verfügung erwirkt, die es der NSO Group untersagt, Whatsapp und seine Nutzer jemals wieder ins Visier zu nehmen".
Das Gericht habe sich dabei unmissverständlich geäußert, so der Whatsapp-Betreiber weiter. "NSO verstieß gegen Bundes- und Landesgesetze zum Verbot von Hacking. Heute beantragen wir beim Gericht, das Unternehmen wegen Missachtung dieser Anordnung zu verurteilen."
Das von Whatsapp erwähnte und im Frühjahr 2025 gefällte Gerichtsurteil bezieht sich auf eine Angriffswelle aus 2019, bei der die NSO Group mehr als 1.400 Whatsapp-Nutzer mit der von einigen Regierungsbehörden als Staatstrojaner eingesetzten Pegasus-Spyware attackiert hatte. NSO musste dafür laut Urteil mehr als 167 Millionen US-Dollar an den Whatsapp-Mutterkonzern Meta zahlen – und später sogar den Quellcode seiner Spyware aushändigen.
📌 Kaynak
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