Wie es nach dem Aus für das FCAS-Kampfjetprojekt weitergeht
Es sollte das bisher größte Rüstungsprojekt Europas werden - doch die deutsch-französischen Pläne für den FCAS-Kampfjet sind geplatzt. Was bedeutet das Aus, vor allem für die Bundeswehr? Und wie wird es in der Politik aufgenommen?[ mehr ]
Es sollte das bisher größte Rüstungsprojekt Europas werden - doch die deutsch-französischen Pläne für den FCAS-Kampfjet sind geplatzt. Was bedeutet das Aus, vor allem für die Bundeswehr? Und wie wird es in der Politik aufgenommen?
Die Abkürzung FCAS steht für "Future Combat Air System" und sollte das bislang größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt sein, das in deutscher und französischer Zusammenarbeit entsteht. Auch Spanien sollte an dem Projekt mitwirken. Zentraler Punkt: die Entwicklung eines neuen Kampfjets, der ab spätestens 2040 die von Deutschland und Spanien genutzten "Eurofighter" ablöst sowie die französischen "Rafale"-Kampfflugzeuge. Zudem sollten unbemannte Kampfsysteme, also Drohnen, entwickelt werden und die "Combat Cloud" - ein Kommunikationssystem, um Kampfflugzeuge und unbemannte Systeme miteinander zu vernetzen.
Auf den Weg gebracht wurde das Projekt 2017 von dem damals frisch ins Amt gewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Das Aus für den geplanten gemeinsamen Kampfjet begründet sich weniger in politischen als in wirtschaftlichen Streitereien - und zwar zwischen dem deutschen Projektpartner Airbus und dem französischen Dassault-Konzern. Gestritten wurde im Kern über die Frage, wer bei dem Projekt die Führungsrolle innehat. Die beanspruchte Dassault für sich, obwohl ursprünglich eine Kooperation auf Augenhöhe vereinbart wurde. Doch Dassault-Chef Éric Trappier beharrte monatelang wiederholt darauf, dass nur Dassault die Kernkompetenz für das Projekt besitze und seinem Unternehmen daher die Rolle des Chefarchitekten zustehe.
Deutschland und Frankreich hatten versucht, in dem Streit zwischen den Konzernen zu vermitteln, es sogar mittels Schlichtung probiert - doch letztlich ohne Erfolg. Und nun hieß es schließlich aus Kreisen der Bundesregierung, Kanzler Friedrich Merz und Macron seien zu der gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus bei dem Projekt nicht zusammenfinden. Merz habe Macron daher nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiterzuverfolgen. Aus dem Elysée-Palast in Paris folgte Stunden später die Bestätigung: "Die deutschen Behörden sind der Meinung, dass es nicht möglich war, noch mehr Druck auf die beteiligten Unternehmen auszuüben."
Die Bundeswehr benötigt nun einen Plan B für den geplanten Ersatz des "Eurofighter"-Kampfjets. Bei der Suche nach neuen Partnern für den Bau eines Kampfjets ist Großbritannien wohl raus aus dem Rennen. Das Vereinigte Königreich ist schon vergeben - es arbeitet zusammen mit
📌 Kaynak
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