Kunst im Schloss Bellevue: Hilfe, wir haben den Präsidenten geschrumpft

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Kunst im Schloss Bellevue: Hilfe, wir haben den Präsidenten geschrumpft

Schloss Bellevue soll acht Jahre lang renoviert werden. Kurz vor dem Auszug des Bundespräsidenten zieht jetzt die Kunst ein. Wie sieht das aus?

Im Schloss Bellevue findet eine Pop-up-Ausstellung statt, bei der Künstler ihre Werke präsentieren. Die Kunst soll den politisch verlassenen Raum neu interpretieren und die Urteilskraft stärken. Besucher können die leeren Säle erkunden und sich von abstrakten Farbspielen sowie gesellschaftskritischen Werken inspirieren lassen. Die Vielfalt der Ausstellung reicht von Fotografien bis zu Skulpturen, die feministische Kritik üben. Bundespräsident Steinmeier betont die Bedeutung der freien Kunst für die Demokratie und kritisiert ihre Instrumentalisierung für politische Zwecke.

Hallo! Haaallo! HAAALLO! Irgendwer ruft da, immer wieder tönt ein suchendes, schon ziemlich heiseres Hallo durch das Foyer von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten in Berlin. Es kommt aus der hinteren linken Ecke der Eingangshalle, aus genau jener Ecke also, wo sich auch die Tür zum Amtszimmer von Frank-Walter Steinmeier befindet. Braucht da jemand Hilfe? Der Bundespräsident selbst?

Wer dem »Hallo« folgt, bemerkt, dass es durch ein kleines Gitter am Boden schallt, aus den Heiz- und Belüftungseingeweiden des Schlosses. Nur ein sehr kleiner Bundespräsident würde da hineinpassen. Tatsächlich ist unter dem Gitter ein Lautsprecher versteckt, der die Tonspur eines Films abspielt, mit dem der Künstler Jochen Gerz 1972 eine seiner Performances dokumentiert hat: Rufen bis zur Erschöpfung lautet der Titel dieses Werks, der den fast zwanzigminütigen Vorgang auch passend beschreibt. Gerz ist eines von zwanzig Mitgliedern der Berliner Akademie der Künste, die ab dem 13. Juni für zwei Wochen ihre Kunst im Schloss Bellevue zeigen. Es ist eine sogenannte Pop-up-Ausstellung, eine Zwischennutzung der repräsentativen Räume des Amtssitzes, bevor das Schloss für acht Jahre saniert und renoviert wird. Der Eintritt in den »Freiraum Kunst«, so heißt die Ausstellungsaktion, ist gratis und der Ansturm auf die Onlinetickets so groß, dass er kurz die Server zusammenbrechen ließ. Angezogen wird das Publikum vermutlich nicht nur von der Kunst eines Jochen Gerz, sondern von der Möglichkeit, einmal dort herumlaufen zu dürfen, wo sonst Könige und Präsidentinnen empfangen werden.

In dem größten Saal hingen bislang zwei gigantische Kissenbilder von Gotthard Graubner, abstrakte Farbflächen in Lila und Gelb, die der Maler 1988 vor Ort im Auftrag des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gemalt hatte. Jetzt sieht man an den Wänden nur noch Bohrlöcher und leichte Verdunklungen, die den Umriss der voluminösen Bilder erahnen lassen. Projiziert wird auf diese Wand, vor der Kanzler ernannt und Ministe

📌 Kaynak

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