Ermittlungen nach Stromausfall in Reutlingen dauern an
Nach dem Brand in einem Umspannwerk haben die meisten Haushalte und Betriebe in Reutlingen wieder Strom. Eine Spur zu möglichen Tätern gibt es noch nicht. Diskutiert wird darüber, wie gut die kritische Infrastruktur geschützt ist.[ mehr ]
Nach dem Feuer in einem Umspannwerk haben die meisten Haushalte und Betriebe in Reutlingen wieder Strom. Die Behörden gehen mittlerweile von Brandstiftung aus. Eine Spur zu möglichen Tätern gibt es aber noch nicht.
Nach einem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen und einem daraus folgenden großflächigen Stromausfall hat sich der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet. Davon gehe man inzwischen vor dem Hintergrund der bisherigen vorläufigen Ermittlungsergebnisse aus, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.
Ein oder mehrere bislang noch unbekannte Täter seien nach derzeitigem Stand auf das Gelände eingedrungen, um dort an mehreren Stellen Brände zu legen. Dabei soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein, hieß es. Die Ermittler bitten alle, die in der Nähe des Umspannwerks verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, sich zu melden.
Das Feuer im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. Durch den Brand waren laut Behördenangaben zwischenzeitlich etwa 40.000 Menschen ohne Strom. Auch ein Krankenhaus sei von dem Ausfall betroffen gewesen. Inzwischen werden nach Angaben des Energieversorgers aber fast alle Haushalte wieder versorgt.
Das Ermittlungsverfahren wird zurzeit beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt, weil möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde liegen könnte. Konkrete Anhaltspunkte gibt es dafür bislang aber nicht. "Eine Bekennung zur Tat wurde hier bislang nicht bekannt", bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.
Das Verfahren wird derzeit gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe geführt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.
Der Vorfall hat auch eine erneute Debatte um die Sicherung von kritischer Infrastruktur entfacht. Diese lasse sich aber nur nur bis zu einem gewissen Maß schützen, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne). "Die Vorstellung, dass wir alle Umspannwerke quasi von der Öffentlichkeit abschirmen, die ist kaum durchsetzbar", sagte er. Trotzdem prüfe man nach dem aktuellen Vorfall, was man besser machen könne.
"Es geht darum, unsere Resilienz zu stärken, um möglichst wenig angreifbar zu sein", sagte Özdemir. Es sei aber zu früh, um zu sagen, was man aus dem Fall in Reutlingen lernen könne.
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📌 Kaynak
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