Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung: Tankrabatt kommt größtenteils bei Verbrauchern an

💰 Ekonomi 📰 Zeit Online 🕐 3 saat önce
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung: Tankrabatt kommt größtenteils bei Verbrauchern an

Der Tankrabatt wurde laut einer Analyse fast vollständig an die Autofahrer weitergegeben. Eine Verlängerung empfehlen die Autoren nicht: Die Kosten seien zu hoch.

Tankrabatt: Analyse zeigt Weitergabe an Autofahrer, besonders bei Diesel; Benzin etwas geringer. Preise für Diesel um 18,4 Cent je Liter gesunken, bei Benzin um 13,2 Cent. 12-Uhr-Regel erschwert Benzininterpretation, führte zu Preiserhöhung. RWI warnt vor Verlängerung des Tankrabatts, ifo Institut kritisiert mangelnde Zielgenauigkeit. Steuersenkung wegen Irankrieg bis Ende Juni, Verlängerung noch offen.

Der zum 1. Mai eingeführte Tankrabatt wurde einer Analyse zufolge weitgehend an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben. Bei Diesel kam die steuerliche Entlastung mehr als vollständig an, wie aus einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hervorgeht, die der ZEIT vorliegt. Bei Benzin war der Effekt etwas geringer.

Die Koalition hatte die Spritsteuer um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt. Der Analyse zufolge sanken die Preise für Diesel um geschätzt 18,4 Cent je Liter – also um 1,4 Cent mehr als erwartet. Bei Benzin gingen die Preise demnach um 13,2 Cent je Liter zurück, das entspricht etwa 80 Prozent.

»Bei Benzin wird die Interpretation dadurch erschwert, dass kurz zuvor mit der 12-Uhr-Regel ein weiterer Eingriff in den Markt erfolgt war, der zu einer Erhöhung der Benzinpreise führte«, sagte Studienautor Patrick Thiel. Das RWI schätzt diesen Effekt auf rund 4,7 Cent je Liter.

Die 12-Uhr-Regelung war am 1. April eingeführt worden; Tankstellen dürfen seitdem ihre Preise nur noch einmal täglich – um 12 Uhr – erhöhen.

»Ob die Weitergabe bis zum Ende der Maßnahme stabil bleibt, lässt sich daher erst nach Ende des Tankrabatts beurteilen«, sagte Studienautor Manuel Frondel. »Trotz der Weitergabe des Tankrabatts sollte dieser nicht über den 30. Juni 2026 hinaus verlängert werden, denn er ist ökologisch kontraproduktiv und kostet den Staat über eine Milliarde Euro«, sagte Studienautor Colin Vance.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war auch das ifo Institut gekommen. Auch vom ifo gab es Kritik: Der Tankrabatt komme nicht zielgenau bei den besonders Betroffenen an, etwa Pendlern mit niedrigem Einkommen. Denn er entlaste vor allem Personen, die viel fahren oder Autos mit hohem Verbrauch haben.

Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Irankriegs soll noch bis Ende Juni gelten. Dann will die Bundesregierung über eine mögliche Verlängerung entscheiden.

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