Chatbots: WhatsApp muss KI-Assistenten anderer Anbieter kostenlos zulassen
Der US-Konzern Meta hatte den Zugang zu KI-Assistenten anderer Anbieter eingeschränkt. Die EU-Kommission interveniert: Verbraucher müssten Wahlfreiheit haben.
Die EU-Kommission zwingt WhatsApp, KI-Assistenten anderer Anbieter wieder kostenlos zuzulassen. Meta hatte zuvor externe KI-Firmen mit einer Gebühr benachteiligt, um die eigene Meta-KI zu bevorzugen. Die Entscheidung der Kommission soll die Wahlfreiheit der Verbraucher schützen und europäischen Entwicklern gleiche Chancen bieten. Meta kritisiert die Maßnahme und kündigt rechtliche Schritte an, während die EU vor einem möglichen Marktnachteil für europäische KI-Entwickler warnt. Die vorläufige Anordnung bleibt bestehen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind und Meta bei Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht ein Bußgeld droht.
Die EU-Kommission zwingt den Messengerdienst WhatsApp, KI-Assistenten anderer Anbieter in der Europäischen Union wieder kostenlos zuzulassen. Der US-Konzern Meta, zu dem WhatsApp gehört, müsse die einstweiligen Maßnahmen innerhalb von fünf Werktagen umsetzen, teilte die EU-Kommission mit.
EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera sagte, WhatsApp sei für KI-Unternehmen ein wichtiger Zugangspunkt zu Verbrauchern in Europa. Mit der Entscheidung bewahre man auch die Wahlfreiheit der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der KI-Assistenten, die sie mit WhatsApp nutzen möchten.
Meta hatte die Funktion im vergangenen Jahr für alle Firmen gesperrt, deren Hauptgeschäft künstliche Intelligenz ist. Der Zugang zur hauseigenen Meta-KI blieb bestehen. Der Konzern wollte damit verhindern, dass Anbieter ihre Chatbots – nach dem Vorbild von ChatGPT oder Google Gemini – über WhatsApp laufen lassen und sich so die Reichweite und die Server von Meta zunutze machen.
Auf Druck der EU-Kommission hob Meta die Sperre anschließend auf, führte aber eine zusätzliche Gebühr ein. Nach Einschätzung der Kommission kommt diese einer Sperre gleich.
Meta kündigte an, vor Gericht gegen die Entscheidung der Kommission vorzugehen. Eine Sprecherin warf der Kommission vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten. Die EU hingegen kritisiert, dass Metas Vorgehen insbesondere europäischen KI-Entwicklern einen Nachteil verschaffen und dazu beitragen könnte, dass sie langfristig vom Markt verschwinden.
Die Anordnung der Kommission ist vorläufig und gilt, bis sie die Ermittlungen in dem Verfahren offiziell abgeschlossen hat. Eine gesetzliche Frist dafür gibt es nicht. Stellt die Kommission am Ende des Verfahrens einen Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht fest, droht Meta ein weiteres Bußgeld.
📌 Kaynak
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