Stuttgart 21: So geht auch noch das letzte bisschen Vertrauen verloren

📰 Gündem 📰 Zeit Online 🕐 5 saat önce
Stuttgart 21: So geht auch noch das letzte bisschen Vertrauen verloren

Stuttgart 21 wird nun erst 2031 fertig, auch auf die Sozialreformen wartet das Land bislang vergeblich. Nicht nur die Verzögerung, auch der Umgang damit ist ein Problem.

Stuttgart 21: Ein endloses Drama. Die Eröffnung des Tiefbahnhofs verschiebt sich erneut, diesmal auf frühestens 2031. Die Probleme reichen von digitalen Innovationen bis zu Brandschutzmaßnahmen. Die Kosten explodieren, während Verantwortliche von einer Verschiebung zur nächsten hangeln. Das Vertrauen in Großprojekte und den Staat schwindet, während die Steuerzahler am Ende die Zeche zahlen. Die Zukunft des Bauprojekts bleibt ungewiss, doch die Hoffnung ruht auf einem neuen, risikoaversen Projektleiter.

Besonders absurd wird die Sache mit Stuttgart 21, wenn man sich gar nicht mal so alte Pressemitteilungen der Deutschen Bahn durchliest. Vor ziemlich genau elf Monaten versprach der Konzern, dass der neue Stuttgarter Tiefbahnhof im Dezember 2026 nun wirklich den Betrieb aufnehmen werde, neun Jahre zu spät, aber immerhin. »S21 ist vom Start weg ein Gewinn für viele Reisende«, sagte der damalige Infrastrukturvorstand Berthold Huber und sprach unvorsichtigerweise schon im Präsens.

Das wollte man gerne glauben. Das Problem ist nur: Es klappt wieder nicht. Am Montag wurde bekannt, dass der Bahnhof wegen drastischer »Versäumnisse« nun frühestens 2031 eröffnet werden kann. Aus Monaten wurden also weitere fünf (!) Jahre: S21, oder vielmehr S31 bleibt also weiterhin eine große Belastung für viele Reisende.

Dieses Muster dürfte vielen Menschen in Deutschland bekannt vorkommen. Bundeskanzler Friedrich Merz versprach bei Amtsantritt vor gut einem Jahr, unter seiner Regierung würden die großen, notwendigen Reformen des Sozialstaats endlich angegangen. Aus dem versprochenen Herbst der Reformen wurde schließlich ein Frühling. Jetzt ist bald Sommer und passiert ist: wenig bis gar nichts.

Die Signale, die von beiden Entwicklungen ausgehen, sind fatal. Angesichts des katastrophalen Zustands der Bahn und der sonstigen Defizite im Land ist der bei vielen Menschen lange unerschütterliche Glaube an den Staat sowieso schon angeknackst. Wenn aber dann eine Bahnspitze (oder Regierung) nicht einmal in der Lage ist, offensichtliche Mängel oder Probleme beim Bau frühzeitig klar zu benennen, sondern sich von einer Verschiebung zur nächsten hangelt, dann wird auch noch das letzte bisschen Vertrauen ohne Not aufgebraucht.

Denn natürlich bestreitet im Fall von Stuttgart 21 niemand, dass es sich um ein Megabauprojekt handelt. Ein ganzer Bahnhof wird unter die Erde verfrachtet, aus einem Kopf- wird ein Durchgangsbahnhof. Dafür müssen neue Tunnel gegraben und Tausende Meter Kabel und Gleise verlegt werden.

Zusätzlich schwergemacht hat es sich die Deutsche Bahn, indem sie geschlagene ac

#war

📌 Kaynak

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