Karsten Wildberger: Deutschlands digitale Brieftasche kommt halbfertig
Das staatliche Wallet soll 2027 starten. Doch zentrale Funktionen werden fehlen, Sicherheitsfragen bleiben und das Projektmanagement ist mau. ( Karsten Wildberger , Datenschutz )
Die digitale Brieftasche soll Bürgern ermöglichen, Personalausweis und Führerschein auf dem Smartphone zu hinterlegen, Identitätsnachweise online zu erbringen, elektronisch zu signieren und künftig auch zu bezahlen. Die EU hat die Vorgaben gesetzt, Deutschland muss liefern. Doch was zum angekündigten Starttermin im Januar 2027 tatsächlich bereitstehen wird, ist bereits jetzt absehbar wenig, berichtet der Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster).
Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) wurde mit der operativen Umsetzung betraut, obwohl sie für Großprojekte dieser Art eigentlich nicht konzipiert ist. Schnell tauchten Fragen zur Neutralität der technischen Entscheidungen auf. Der eingesetzte Projektleiter arbeitete parallel für eine eigene Beratungsfirma, die für die Open Wallet Foundation (OWF) tätig war. Ein Jurymitglied, das technische Weichenstellungen begleiten sollte, war der CTO ebendieser Organisation.
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