Rente in Singapur: Sparen und Investieren statt Generationenvertrag
Der südostasiatische Stadtstaat Singapur hat ein ganz eigenes Rentensystem, es setzt auf private Vorsorge und staatliche Zuschüsse. Die Zufriedenheit damit ist hoch: Die Renten gelten als sicher. Von Jennifer Johnston. [ mehr ]
Der südostasiatische Stadtstaat Singapur hat ein ganz eigenes Rentensystem, es setzt auf private Vorsorge und staatliche Zuschüsse. Die Zufriedenheit damit ist hoch: Die Renten gelten als sicher.
In Singapur spart jeder individuell für sich. Was man ins staatliche Rentensystem einzahlt, bekommt man auch heraus. Plus vier Prozent Zinsen - das untere gesetzliche Limit.
Als Angestellter spart man verpflichtend 20 Prozent seines Gehalts. Der Arbeitgeber gibt noch mal knapp das gleiche dazu. Das Geld wird vom Staat am Kapitalmarkt angelegt, investiert in nicht handelbare Singapurer Staatsanleihen. Das Risiko trägt also der Staat. Die Anlage gilt als sicher, denn Singapur ist einer der zahlungsfähigsten Staaten der Welt.
Eingeführt wurde das System 1955, seitdem ist es schrittweise weiterentwickelt worden, erklärt Christopher Gee, stellvertretender Direktor des Instituts für Politikstudien an der Nationaluniversität von Singapur. Dort forscht er zu Demografie und Altersvorsorge. "Das System ist ziemlich einzigartig in Bezug auf seine Struktur und Gestaltung. Es ist sehr schwer, international etwas Vergleichbares zu finden."
Vor allem im Osten ist die gesetzliche Rente häufig die Haupteinkommensquelle von Menschen im Ruhestand. mehr
Der Kern des Rentensystems ist der CPF - der Central Provident Fund. Ein Sparsystem mit einem Konto für die Rente, aber auch mit Sparkonten für Wohnen, Bildung und Gesundheit. Das Geld von Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird automatisch nach festen Sätzen auf die verschiedenen Spartöpfe verteilt.
Die Aufteilung hängt hauptsächlich vom Alter ab. Je älter jemand ist, desto mehr Geld fließt aufs Sparkonto für die Altersvorsorge. Bei jungen Menschen fließt das meiste Geld in den Topf für Wohnungskauf und Bildung.
Von diesen Ersparnissen kaufen sich die meisten Singapurer im Laufe ihres Lebens eine staatlich geförderte Wohnung, so wie die 68-jährige Sandy Cheng. Sie sitzt in einer kleinen Änderungsschneiderei konzentriert über ihre Nähmaschine gebeugt, zwischen Stoffrollen, Bügelbrettern und chinesischen Glücksbringern. Das abbezahlte Eigenheim ist eine essenzielle Säule, um als Rentnerin gut über die Runden zu kommen.
Wie Sandy Cheng besitzen fast 90 Prozent der Singapurer ihre Wohnung, dank des staatlichen CPF-Systems. Sie müssen im Alter also weder hohe Mieten noch Kredite zahlen.
Aktien bei der gesetzlichen Rentenversicherung mit einzubeziehen war lange tabu. Das ändert sich. mehr
Obwohl Sandy schon in Rente gehen könnte, möchte sie arbeiten, solange sie fit ist. Das Renteneintrittsalter wurde gerade von 63 auf 64 Jahre erhöh
📌 Kaynak
Bu özet Tagesschau kaynağından otomatik derlenmiştir. Tamamı için orijinal habere gidin.
Orijinal haberi oku →