ECFR-Umfrage: Wem Europa im Ernstfall vertraut

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ECFR-Umfrage: Wem Europa im Ernstfall vertraut

Nur noch elf Prozent der Europäer sehen die USA als Verbündeten. Umfragen zeigen: Immer mehr wenden sich von Trumps Amerika ab. Und wollen europäische Atomwaffen.

Das Vertrauen der Europäer in die USA bröckelt seit Trumps Amtsantritt. Eine Umfrage zeigt, dass nur noch elf Prozent die USA als Verbündeten sehen. Trumps aggressive Rhetorik und Zweifel an der Nato verstärken das Unbehagen. Europa denkt über eigene nukleare Abschreckung nach, da die USA sich zurückziehen. Die Ukraine wird zum Testfall für Europas Sicherheitsordnung, während die Europäer uneins über konkrete Schritte zur Unterstützung sind.

Seit Donald Trump vor rund anderthalb Jahren ins Weiße Haus eingezogen ist, bröckelt das Vertrauen der Europäer in die USA. Die Gewissheit der Nachkriegszeit, Amerika sei ein verlässlicher Partner, verschwand. Trump drohte damit, Grönland zu annektieren. Er kündigte an, US-Soldaten aus Europa abzuziehen. Er setzte Zölle ein, um Verbündete zu erpressen. Er drohte immer wieder damit, die Nato zu verlassen.

Welche Schlüsse ziehen die Europäer daraus? Der Thinktank European Council on Foreign Relations hat dazu im Mai 2026 insgesamt 19.400 Menschen in 15 Ländern befragt. Ihre Antworten lassen erkennen, wie rapide sich der Ruf der USA verändert. Wie die Europäer sich schützen wollen, wenn die USA sich zurückziehen. Und worüber sie streiten.

Die transatlantische Partnerschaft war ein Projekt, an dem beide Seiten über viele Jahrzehnte bauten: Seit 1949, als die Nato gegründet wurde, stellten die USA Europas militärischen Schutzschirm. Der US-Marshallplan finanzierte den Wiederaufbau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Kalten Krieg schweißte die Bedrohung durch die Sowjetunion beide Kontinente noch weiter zusammen. Wenn es ernst wird, das war die Annahme, stehen die USA an Europas Seite.

Davon ist heute wenig geblieben. Nur elf Prozent der befragten Europäer sehen die USA als »Verbündeten«; 2024 waren es noch doppelt so viele. Die Hälfte betrachtet Trumps Amerika nur noch als »notwendigen Partner«, ein Viertel sogar als »Rivalen« oder »Gegner«. Die aggressive Rhetorik des US-Präsidenten und seine öffentlichen Zweifel an den Nato-Verpflichtungen der USA haben das Unbehagen verstetigt.

Aus den Antworten in den Umfragen spricht vor allem Ernüchterung. Eine Mehrheit der befragten Europäer glaubt, die USA würden ihrem Land im Angriffsfall nicht beistehen. Donald Trump hat diese Zweifel fleißig befeuert: Immer wieder stellte er die Nato-Beistandsverpflichtung infrage. Er sagte: Mit Nato-Ländern, die zu wenig für Verteidigung ausgäben, könne »Russland tun, was es wolle«. Und als Trump einen Krieg gegen den Iran begann, ohne sich vorher mit Europas Regierungschefs abzustimmen, festigte sich der Eindruck: Die USA folge

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📌 Kaynak

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