Einblick in Unterlagen: Was der Börsengang über Bending Spoons verrät
Nach SpaceX, Anthropic und OpenAI strebt auch die Software-Heuschrecke Bending Spoons an die US-Börse. Wer hatte das auf seiner Bingo-Karte? Eine Analyse von Mike Faust ( Unternehmen , Evernote )
Das italienische Technologieunternehmen Bending Spoons hat einen Börsengang in den USA beantragt. Die bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen(öffnet im neuen Fenster) geben Aufschluss darüber, welchen Umsatz das Unternehmen mit seinen oft fragwürdigen Methoden erzielt.
Zum Geschäftsmodell von Bending Spoons gehört es, Softwareunternehmen aufzukaufen, diese umzustrukturieren und mit einer angepassten Monetarisierungsstrategie so viel Gewinn wie möglich zu machen. Das geht meist auf Kosten von Personal, Qualität und bezahlbaren Preisen, die in vielen Fällen von langjährigen Nutzern der jeweiligen Anwendungen stark kritisiert werden.
Zwei prominente Beispiele der jüngeren Vergangenheit sind der Videohostingdienst Vimeo und die Notizen-App Evernote. Bei Evernote wurden praktisch alle Angestellten entlassen, auch bei Vimeo trennte sich Bending Spoons nach dem Kauf von einem Großteil des Personals.
Ähnlich erging es den Angestellten des Dateiübertragungsdienstes Wetransfer, bei dem nach dem Kauf durch Bending Spoons 75 Prozent der Belegschaft entlassen wurden. Zu den weiteren Akquisitionen gehören AOL, Remin, Meetup, Brightcove, Eventbrite und Streamyard.
Auch der Outdoor-Routenplaner Komoot wurde von Bending Spoons gekauft, erfuhr aber, im Gegensatz zu vielen anderen Anwendungen, deutliche Verbesserungen nach der Übernahme. Entlassungen fanden hier aber ebenfalls statt.
Der CEO und Gründer von Komoot, Markus Hallermann, gab im März 2025 ein Statement ab, das, womöglich unbeabsichtigt, die Philosophie von Bending Spoons gut beschreibt. Er sagte, dass die "Skalierung eines Unternehmens eine andere Denkweise und andere Fähigkeiten als der Aufbau eines Unternehmens" erfordere. Im Falle von Komoot scheint sich das als richtig herausgestellt zu haben, da sich die App nach der Übernahme durch Bending Spoons deutlich verbesserte und weiterentwickelte.
Im Falle von Evernote wurden allerdings die kostenlosen Basisfunktionen so stark eingeschränkt, dass der Kauf eines Abos fast unabdingbar für jeden wurde, der die App wie gewohnt weiterbenutzen wollte. Bending Spoons schaffte es aber auch, zahlende Nutzer zu verprellen.
Sie wurden im November 2025 in einer Mitteilung über eine Umstellung der Bezahlpläne informiert. Darin war ein Hinweis enthalten, dass man davon ausgehe, der Kunde möchte in den teuersten Plan übernommen werden, wenn er nicht widerspricht. Im Falle eines Golem-Lesers wurde so aus einer jährlichen Zahlung von 280 Euro eine Rechnung über 19.700 Euro. Günstigere Optionen, die besser zu den Anforderungen des Nutzers passen, wurden nur auf N
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