Fall Lyhanna in Frankreich: Sieben Anzeigen wegen sexueller Gewalt, und nichts geschah
Die Justiz in Frankreich soll nun 70.000 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern vorrangig bearbeiten. Auslöser ist der Fall der elfjährigen Lyhanna.
Tausende Französinnen fordern den Rücktritt von Justizminister Darmanin nach dem tragischen Tod der elfjährigen Lyhanna, die Opfer sexueller Gewalt wurde. Trotz zahlreicher Anzeigen gegen den mutmaßlichen Täter wurde er nicht verhaftet. Die Demonstrantinnen machen strukturelle Probleme in der Justiz verantwortlich, die zu einer hohen Straflosigkeit bei sexueller Gewalt führen. Darmanin ordnet an, 70.000 Anzeigen vorrangig zu bearbeiten, doch Kritiker bemängeln die unzureichenden Ressourcen und die Vernachlässigung des Kinderschutzes. Die Gesellschaft wird aufgefordert, endlich hinzuhören und die Opfer sexueller Gewalt ernst zu nehmen, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern.
Die meisten Versammlungen begannen schweigend. Dann wurde es im Publikum laut, manche buhten, schließlich riefen viele: »Darmanin – Démission«. Justizminister Gérard Darmanin solle zurücktreten. Tausende Französinnen demonstrierten am Montagabend vor rund 200 Gerichten im Land. Nach dem Tod der elfjährigen Lyhanna stellten sie Forderungen an die Justiz – oder berichteten von eigenen Schicksalen. »Schützt uns«, stand auf Plakaten von Kindern. Oder auch: »Zu spät für meine Schwester.« Andere zeigten Fotos von weiteren Opfern sexueller Gewalt.
📌 Kaynak
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