Udo Röbel: »Da ist die ›Bild‹ politisch impotent«
Udo Röbel war früher »Bild«-Chefredakteur. Er beschreibt, wie die Macht der Zeitung schwindet. Von Merz sei sie enttäuscht wie nie – aber an die Brandmauer gekettet.
Udo Röbel, einst mächtiger Journalist, analysiert die Verrohung der Medienwelt durch Social Media und den Umgang von Politikern mit Hasskommentaren. Er erinnert an vergangene Anfeindungen gegen Politiker und kritisiert die Strafverfolgung von Beleidigungen im Netz. Röbel reflektiert über den Umgang mit Shitstorms und die Dünnhäutigkeit mancher Politiker. Er betont die veränderte Medienlandschaft und die abnehmende Macht traditioneller Medien wie der Bild-Zeitung. Trotzdem bleibt Bild als Sprachrohr politisch relevant, auch wenn Politiker heute eigene Kanäle aufbauen, um Reichweite zu erzielen.
Er gehörte zu den mächtigsten Journalisten des Landes. Udo Röbel, 76, war bis 2000 Chefredakteur der »Bild« in Hamburg, danach kurz Vorstand von bild.de. Später arbeitete er für die Madsack-Verlagsgruppe und schrieb Krimis.
DIE ZEIT: Herr Röbel, als Chefredakteur der Bild verkörperten Sie früher das Härteste, was die Medienwelt zu bieten hatte, für viele auch das Fieseste. Wie hart geht es heute zu?
Udo Röbel: Social Media ist ungleich verrohter und wird es jeden Tag mehr. Da ist jeder Chefredakteur seines eigenen Accounts. Die treffen aber keine redaktionellen Entscheidungen wie ich damals. Sie lassen sich von ihren Emotionen treiben. Laut, hämisch, gnadenlos. Von den Algorithmen werden sie auch noch dafür belohnt.
📌 Kaynak
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