Aufgebrochene Schließfächer: Prozess gegen Sparkasse Gelsenkirchen beginnt

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Aufgebrochene Schließfächer: Prozess gegen Sparkasse Gelsenkirchen beginnt

Unbekannte frästen sich mit einem Kernbohrer in den Tresorraum und räumten Tausende Schließfächer aus: Nach dem Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen starten heute die ersten beiden Zivilverfahren. [ mehr ]

Unbekannte frästen sich mit einem Kernbohrer in den Tresorraum und räumten Tausende Schließfächer aus: Nach dem Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen starten heute die ersten beiden Zivilverfahren.

Joachim Alfred Wagner gehört zu den ersten beiden Betroffenen, die gegen die Sparkasse Gelsenkirchen klagen. Sein Fall wird am heutigen Donnerstag vor dem Landgericht Essen verhandelt.

Der 63-Jährige erhofft sich eine finanzielle Entschädigung. "In meinem Schließfach war meine Altersvorsorge in Gold. Und der Nachlass meiner Mutter, das Familienerbe. Das ist sehr schmerzhaft für mich, weil da einige Teile bei waren, wo eben halt das Herz sehr dranhängt", erklärt Wagner. Er hat einen Schaden von rund 49.000 Euro errechnet.

Vertreten wird er von Anwalt Daniel Kuhlmann. Und auch der hat gerechnet. Der Dattelner Rechtsanwalt vertritt mittlerweile 650 Geschädigte des Millionen-Coups. Sie alle haben seiner Meinung nach beweisfeste Listen vorgelegt mit dem Inhalt ihrer Schließfächer. Demnach kommt Kuhlmann auf einen Schaden in Höhe von 51,5 Millionen Euro nur für seine Mandanten.

Damit bezieht sich der Rechtsanwalt auf mehr als 3.000 Schließfachbesitzer, die alle von dem Einbruch betroffen sind.

Kurzer Rückblick: Wenige Tage nach Weihnachten dringen Unbekannte in die Filiale der Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer ein. Unbemerkt gelangen sie mit Fahrzeugen zunächst auf einen Mitarbeiterparkplatz in der Tiefgarage. Von dort aus geht es über eine vermutlich manipulierte Brandschutztür ins Treppenhaus und über eine weitere Tür in den Archivraum.

Dort bringen sie einen großen Kernbohrer in Stellung, mit dem sie ein Loch in die Wand zum Tresorraum fräsen, um dann über 3.000 Schließfächer aufzubrechen und mit einer Millionenbeute zu entkommen. Es ist einer der wohl spektakulärsten Kriminalfälle in ganz Deutschland.

Der Anwalt wirft der Sparkasse schwere Versäumnisse bei der Sicherung des Tresorraums und des gesamten Gebäudes sowie der Tiefgarage vor. Dabei beruft er sich auf ein Gutachten eines Sachverständigen, das Kuhlmann in Auftrag gegeben hat.

Demnach hätte die Sparkasse gemäß den "branchenüblichen Standards" auch Wände und Decken überwachen müssen, außerdem den Tresorraum und sogar das Parkhaus mit Videokameras ausstatten müssen. Zudem hätte die Brandschutztür zum Treppenhaus vor dem Weihnachtswochenende auf Manipulationen kontrolliert werden müssen.

Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann wirft der Sparkasse Versäumnisse vor

"Jede Variante hätte zu einer Alarmmeldung führen müssen, wenn der Tresorraum ordnungsgemäß gesichert gewesen wäre", erklärt Daniel Kuhlmann. A

📌 Kaynak

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