Hans-Dieter Hermann: »Wer lernen will, mit Druck umzugehen, muss sich stellen«
Wie gelingt der entscheidende Elfer? Wie verkraftet man Niederlagen? Welche WM-Psychotricks helfen bei Versagensangst? Fragen an Ex-DFB-Teampsychologe Hans-Dieter Hermann
Hans-Dieter Hermann, langjähriger Teampsychologe der Fußball-Nationalmannschaft, gewährt Einblicke in seinen Alltag bei Weltmeisterschaften, geprägt von Gesprächen, psychologischem Training und persönlichen Themen der Spieler. Trotz anfänglicher Skepsis haben sich Sportpsychologen im Fußball etabliert, Spieler schätzen die Unterstützung für ihre Bestleistung. Die Herausforderung liegt darin, Spieler nach Rückschlägen aufzubauen, wie bei Nick Woltemade, der trotz Höhen und Tiefen seine Stärke beweist. Mit individuellen Strategien, Ritualen und mentalen Techniken können Spieler und Studierende Drucksituationen erfolgreich meistern. Hermann betont die Bedeutung von Vertrauen und Selbstvertrauen für den Erfolg bei großen Herausforderungen wie einer Weltmeisterschaft.
ZEIT Campus: Herr Hermann, Sie waren 20 Jahre lang Teampsychologe der Fußball-Nationalmannschaft. Wie sah Ihr Alltag bei einer Weltmeisterschaft aus?
Hans-Dieter Hermann: Die Arbeit richtet sich nach dem Rhythmus des Fußballs, den Spiel-, Trainings- und Essenszeiten. Wenn ein Spieler reden wollte, passierte das meistens zwischendurch, beim Spaziergang nach dem Training oder im Flieger zum nächsten Spiel. Viele gute Gespräche fanden nach dem Abendessen statt. Außerdem gab es psychologisches Training. Dort lernten die Spieler zum Beispiel Konzentrationstechniken oder Übungen, wie sie nach einem intensiven Match möglichst schnell runterfahren können.
📌 Kaynak
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