Das Geschäft mit der Fußball-WM: Wer gewinnt, wer verliert
Die Fußball-WM ist weit mehr als ein Sportereignis. Für manche Unternehmen und ganze Branchen ist sie ein Milliardengeschäft - getragen von TV-Rechten und Sponsoring. Andere aber zahlen den Preis. Von Anne-Catherine Beck. [ mehr ]
Die Fußball-WM ist weit mehr als ein Sportereignis. Für manche Unternehmen und ganze Branchen ist sie ein Milliardengeschäft - getragen von TV-Rechten und Sponsoring. Andere aber zahlen den Preis.
In den kommenden fünf Wochen werden weltweit rund sechs Milliarden Menschen die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft vor ihren Bildschirmen verfolgen, weitere sechs Millionen Fans werden in den Stadien erwartet. Das prognostiziert der Weltverband FIFA. Entsprechend groß sind die wirtschaftlichen Erwartungen einzelner Firmen rund um das Turnier.
Vor der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada sind viele Fans sauer. mehr
Neben Hotels, Restaurants, Fluggesellschaften und Sportartikelherstellern, dürfte vor allem die FIFA von den zahlreichen Zuschauern und der medialen Aufmerksamkeit profitieren. Sie ist für die Planung und Durchführung der WM zuständig. Auf den internationalen Dachverband warten Milliardenumsätze, sagt Florian Pfeffel, Professor für Sportmanagement an der accadis Hochschule Bad Homburg, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.
"Die FIFA ist der wirtschaftliche Gewinner des Turniers", sagt Pfeffel. Für den aktuellen WM-Zyklus, der von 2023 bis 2026 geht, hat die FIFA ein Umsatzziel von 13 Milliarden Dollar angekündigt. Angesichts der Einnahmen von sieben bis acht Milliarden Dollar, die die FIFA bei der WM in Katar gemacht hat, sei das eine signifikante Steigerung, so der Experte.
Zu verdanken ist das unter anderem den hohen Ticketpreisen, die die FIFA festgelegt hat. Für das Auftaktspiel der USA müssen Fans mehr als 1.000 Dollar, umgerechnet 850 Euro, zahlen. Die Ticketpreise für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sprengen alle bisherigen Maßstäbe.
Auch die Entscheidung der FIFA, die Anzahl der Mannschaften erstmals von 32 auf 48 Mannschaften aufzustocken, wodurch sich die Zahl der Spiele von 64 auf 104 erhöht, trägt maßgeblich zum milliardenschweren Umsatz bei. Denn mehr Mannschaften bedeuten mehr Spiele und das wiederum dürfte sich anschließend auch in höheren Werbeeinnahmen, Sponsorengeldern und Ticketverkäufen niederschlagen - wobei diese laut Pfeffel noch nicht einmal den Löwenanteil ausmachen.
"Wenn wir uns dazu die Einnahmeverteilung rund um die letzte WM - also die Jahre 2019 bis 2022 - anschauen, stellen wir fest, dass gut 50 Prozent der Einnahmen aus Medienrechten resultiert, etwa knapp 30 Prozent aus Sponsoring und nur zehn Prozent aus Ticketverkäufen, und dann bleiben noch gut fünf Prozent für sonstige Erlöse", sagt Pfeffel.
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📌 Kaynak
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