Kriegswirtschaft in Russland: »Europa unterschätzt manchmal seine eigene Stärke«
Russlands Wirtschaft gehen die Reserven aus, zeigen Ökonomen in einer neuen Studie – und machen einen Vorschlag, wie Europa das jetzt für sich nutzen könnte.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft warnt vor dem "Endspiel" der russischen Wirtschaft, die am Boden liegt und den Krieg in der Ukraine befeuert. Trotz offizieller Zahlen sind die strukturellen Grundlagen erodiert, und die Abhängigkeit von China wächst. Europa könnte mit Zöllen und strengeren Sanktionen Einfluss nehmen, doch die Umsetzung ist politisch schwierig. Experten plädieren sogar für einen Handelsstopp, um den Krieg zu beenden, da die Kosten für Europa bereits jetzt enorm sind.
Endgame betitelt das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) seinen neuen Bericht, »Endspiel«. Eine dramatische Überschrift für eine wirtschaftspolitische Analyse; dem Autorenteam um IfW-Präsident Moritz Schularick ist es ernst. Die acht internationalen Ökonominnen und Ökonomen mit Russlandexpertise sehen die russische Wirtschaft am Boden – und sie fordern, dass die westliche Staatengemeinschaft diese Situation nutzt, damit der seit mehr als vier Jahren andauernde Krieg in der Ukraine endet.
»In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten«, sagt Schularick. »Doch nun sind die Reserven aufgebraucht.« Zusammengebrochen sei die Wirtschaft zwar noch nicht, schreiben die Wissenschaftler aus unterschiedlichen Forschungseinrichtungen, »aber ihre strukturellen Grundlagen sind schneller erodiert als die offiziellen Statistiken erkennen lassen«.
📌 Kaynak
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