Tanztriennale in Hamburg: »Einfach zu tanzen – das ist in der Stadt offenbar nicht erlaubt«

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Tanztriennale in Hamburg: »Einfach zu tanzen – das ist in der Stadt offenbar nicht erlaubt«

Die Choreografin Regina Rossi will mit Tanz neue Räume schaffen. Deshalb schickt sie Performer mitten in den Straßenverkehr – und stellt Tanzcontainer auf Schulhöfe.

Die erste Tanztriennale startet in Hamburg mit internationalen Gastspielen und Mitmachformaten. Die Choreografin Regina Rossi präsentiert ihr preisgekröntes Stück »Polipolis« in der Mönckebergstraße. Durch Performances im Stadtraum schafft sie neue Begegnungsräume und bezieht Kinder und Jugendliche aktiv mit ein. Die Aufführung ist ein Audiowalk, der die Zuschauer klanglich abkoppelt und zum gemeinsamen Schauen einlädt. Die Tanztriennale soll den Tanz in Hamburg stärker etablieren und die Gesellschaft intensiver mit dieser Kunstform in Kontakt bringen.

Am Wochenende beginnt die erste Tanztriennale. »Fast alle deutschen Großstädte« haben sich als Austragungsorte beworben, sagt Katarzyna Wielga-Skolimowska, die künstlerische Leiterin der Kulturstiftung des Bundes. Den Zuschlag bekam Hamburg. Vom 14. bis 21. Juni kommen nun zahlreiche internationale Gastspiele in die Stadt, dazu gibt es eine Tagung und Mitmachformate. Zum Beispiel das preisgekrönte Stück »Polipolis« der Choreografin Regina Rossi. Sie arbeitet viel mit Kindern und Jugendlichen, doch für »Polipolis« geht sie nicht an Schulen oder ins Theater – sondern auf eine trubelige Einkaufsstraße. Wieso, das erklärt sie im Interview.

DIE ZEIT: Frau Rossi, bei der Tanztriennale werden Sie am 16. und 19. Juni in der Mönckebergstraße tanzen, der zentralen Einkaufsstraße in Hamburg. Warum das denn?

Regina Rossi: Ich will durch Choreografie und Tanz neue Räume der Begegnung kreieren. Schon zu meinen Studienzeiten in Brasilien habe ich Performances im Stadtraum gemacht und auch danach mit dem Kollektiv Bauchladenmonopol in Deutschland. Dann kam die Coronapandemie, in der es zwangsläufig wichtig war, neue Räume für die performativen Künste zu nutzen, etwa den digitalen Raum, aber auch den Stadtraum. Das war der Ausgangspunkt für das Stück Polipolis, das wir jetzt auf der Tanztriennale zeigen. Ich habe dann begonnen, Kinder und Jugendliche zu befragen: »Was bedeutet der Stadtraum für dich? Was sind aus deiner Sicht die Probleme? Was sind die Potenziale?«

Rossi: Ich war zu Workshops an der Goetheschule Harburg und an der Winterhuder Reformschule. Dort haben wir auch performative Aktionen gemacht, die Kinder haben sich zum Beispiel auf ein Auto gelegt und den Himmel betrachtet. Danach haben wir überlegt: »Wieso sind so viele Autos in der Stadt, aber für uns ist kein Platz?« Ausgehend von diesen Informationen und Wünschen habe ich dann das Stück entwickelt. Dafür habe ich mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern gearbeitet, aber die Kinder kamen immer wieder zu den Proben und haben uns Feedback gegeben.

Erf

📌 Kaynak

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