Energiesparen für Fortgeschrittene: Darum sind Faultiere so faul

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Energiesparen für Fortgeschrittene: Darum sind Faultiere so faul

Die langsamsten Säugetiere des Planeten haben endlich eine Ausrede: Es liegt an den Genen. Die Erkenntnis könnte auch für den Menschen nützlich sein.

Sie schlafen bis zu 15 Stunden am Tag und bewegen sich wie in Zeitlupe. Geschadet hat es ihnen nicht. Faultiere leben seit etwa 30 Millionen Jahren auf der Erde. Ein internationales Forschungsteam hat nun mittels einer vollständigen Genomsequenzierung Hinweise darauf gefunden, warum der Stoffwechsel der Tiere so extrem langsam ist. Die Ergebnisse könnten den Weg zu weiteren Forschungen zu Stoffwechselerkrankungen und zum Alterungsprozess bei anderen Säugetieren ebnen.

Die Forschenden haben erstmals das gesamte Genom eines Zweifinger-Faultiers sequenziert und festgestellt, dass das Erbgut der Tiere voll von sogenannten springenden Genen ist. Diese Gene kopieren sich selbst und können an anderen Stellen im Genom wieder eingefügt werden.

Diese Kopien können schwerwiegende Erkrankungen verursachen, aber auch positive Wirkungen entfalten. Einige springende Gene sind auch im menschlichen Genom nachweisbar, diese sind jedoch in der Regel inaktiv, alt und fragmentiert. Aktive springende Gene können bei Menschen zu Neuanordnungen in den Chromosomen führen, was zu Krebs führen kann.

Bei Faultieren überwog offenbar das Positive: Kein anderes bekanntes Säugetiergenom enthält so viele springende Gene, wie die Analysen zeigen.

Die springenden Gene sind laut den Daten der Forscher im letzten gemeinsamen Vorfahren der heute noch lebenden Faultierarten vor etwa 30 Millionen Jahren entstanden.

Ein großer Teil der kopierten Gene hat laut den Forschern »Vorläufergene, die funktionell mit dem Zellstoffwechsel verbunden sind«, berichtet das Team. Demnach könnten diese springenden Gene die Funktion der Mitochondrien beeinflussen, die für den Körper aus Nährstoffen Energie gewinnen, und den Faultieren so ihren gemächlichen, sparsamen Lebensstil ermöglichen.

Faultiere ernähren sich hauptsächlich von energiearmen Blättern, vermeiden deswegen jeden unnötigen Energieaufwand. Die meiste Zeit hängen sie reglos an Ästen. Die Muskelmasse der Faultiere ist auf das Nötigste reduziert, ihre Stoffwechselrate beträgt oft weniger als die Hälfte dessen, was für Tiere ihrer Größe zu erwarten wäre. Um Energie zu sparen, können sie zwischen der Selbstregulierung ihrer Körpertemperatur und einer Anpassung an die Umgebungstemperatur wechseln.

Die Erkenntnisse der Forscher könnten auch für den Menschen relevant sein: »Viele Erkrankungen des Menschen – darunter Diabetes, altersbedingte Störungen, Neurodegeneration und Muskelschwund – gehen mit Problemen bei der Energieproduktion und der Mitochondrienfunktion einher«, sagt Co-Autor Pedro Galante vom Krankenhaus Sírio Libanês in São Paulo. Und

📌 Kaynak

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