Nasdaq: Kursrutsch vor dem SpaceX-Börsengang
Der mit Spannung erwartete Börsengang von Elon Musks SpaceX am Freitag fällt mitten in eine Talfahrt der Technologiewerte. Ein Bericht von Erich Moechel ( Nasdaq , Börse )
Eröffnet wurde die Börsenwoche durch einen regelrechten Absturz am vergangenen Freitag an der Nasdaq, die ihre Regeln für diesen IPO (Initial Public Offering) extra geändert hatte. Die Wartezeit von drei Monaten bis zur Aufnahme in den Nasdaq-Index wurde für SpaceX und in Folge für Anthropic und OpenAI auf 15 Tage verkürzt.
Dadurch ist frische Kapitalzufuhr vor allem durch die Kleinanleger garantiert. Diese investieren überwiegend in ETFs (Exchange Traded Funds), deren Gewichtung sich an den Börsenindizes orientiert. Die weltweit führende Ratingagentur Standard & Poors hingegen änderte ihre Regeln für die Aufnahme in ihre Börsenindizes Dow Jones und S&P 500 für SpaceX nicht.
Während sich die Erwartungen an den SpaceX-Kurs teils überschlagen, zeichnet sich seit Freitag ein Ende der monatelangen Halbleiter-Rallye ab. Am Freitag gab es einen spektakulären Kurseinbruch des Nasdaq-Index um mehr als 1.100 Punkte, was einem Minus von 4,2 Prozent entspricht.
Der Absturz wurde vor allem durch das Quartalsergebnis von Broadcom ausgelöst. Das Unternehmen meldete zwar sehr gute Zahlen, aber einen negativen Outlook. Die Bestellungen von TPU-Chips (Tensor Processing Units) waren eingebrochen. Das hatte einen Rutsch des gesamten Halbleitersektors ausgelöst. Der Philadelphia Semiconductor Index (PHLX), in dem die wichtigsten Werte abgebildet sind, fiel um mehr als zehn Prozent.
Am Montag setzte sich diese Entwicklung in Fernost fort. Da musste der Handel an der Börse in Seoul nach einem Absturz des KOSPI-Index um mehr als acht Prozent zeitweise ausgesetzt werden. Verantwortlich waren dafür die Index-Schwergewichte Samsung (minus 10,2 Prozent) und Hynix (minus 7,7 Prozent).
Der Nasdaq-Index zeigte sich am Montag nach dem Absturz wieder etwas konsolidiert und schloss mit einem moderaten Plus von knapp 0,9 Prozent. Nach einer Großbestellung von Google stieg der Kurs von Intel um 11,2 Prozent steil nach oben. Drei Millionen TPU-Chips – spezielle Schaltkreise für neuronale Netze – sollen ab 2028 geliefert werden. Bis jetzt war Broadcom der Hauptlieferant dieser von Google entwickelten Chips.
📌 Kaynak
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