Humanoide Roboter: Warum der Bosch-Chef Elon Musk gut findet
Der Autozulieferer Bosch hofft auf ein gutes Geschäft mit humanoiden Robotern. Doch diese sollen keine "Frankensteins" werden. Ein Bericht von Friedhelm Greis ( Bosch , Roboter )
Für den weltgrößten Automobilzulieferer Bosch sieht die Situation derzeit nicht gerade rosig aus. Nicht nur im Kerngeschäft mit Fahrzeugteilen läuft es nicht rund, auch bei den Haushaltsgeräten sollen Werke in Deutschland geschlossen werden(öffnet im neuen Fenster). Auf der internen Messe Bosch Connected World (BCW) legte der Konzern daher den Fokus auf ein Thema, von dem er sich in den kommenden Jahren neues Wachstum verspricht: Humanoide Robotik soll ein Potenzial in Milliardenhöhe bieten.
Um die Möglichkeiten zu demonstrieren, stellte Bosch für die Pressevertreter einen Roboter auf, der auf Wunsch eine Wasserflasche aus einem Regal holte und auf den Tresen stellte. Praktisch eine Replik auf den Roboter Optimus, den Tesla im Dezember 2025 in Berlin Popcorn ausgeben ließ. Doch solche einfachen Fähigkeiten dürften bei Weitem nicht ausreichen, um bisherige Roboterkonzepte durch beweglichere Maschinen zu ersetzen. Zudem sind viele Industriekonzerne noch skeptisch, was deren Einsatz betrifft.
Allerdings ist für Bosch-CEO Stefan Hartung derzeit noch nicht der Zeitpunkt gekommen, um in großem Stil in die Produktion von humanoiden Robotern oder deren Komponenten einzusteigen. Laut Hartung befindet sich der Markt derzeit eher noch in der Entwicklungsphase. Derzeit würden in allen drei Weltregionen Milliardenbeträge in Start-ups investiert.
Wie zur Bestätigung dieser These kündigte das baden-württembergische Start-up Neura Robotics am 11. Juni 2026 an, sich in einer Finanzierungsrunde bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar gesichert zu haben. Darunter auch von Bosch.
Hartung sagte auf der BCW in Berlin: "Ich bin im Moment eher gewillt, in Forschung und Entwicklung zu investieren, und dort langsam das hochzufahren, so wie es auch gebraucht wird." Dann stelle sich jedoch die Frage, "sind wir eigentlich derjenige, der den gesamten Roboter bauen sollte, wie Tesla das jetzt schon angekündigt hat, oder sind wir nicht eher der Spezialist, der in einigen Elementen dieser Roboter zum Tragen kommt". Das schaue sich Bosch derzeit an.
Solche Elemente könnten beispielsweise die Hände sein, die bei Humanoiden eine entscheidende Rolle für viele Funktionen spielen. Der Vorführroboter am Pressestand nutzte dazu eine Hand des Automatisierungsspezialisten Schunk, der im Januar 2026 ein Tech-Spin-off für humanoide Roboterhände gründete(öffnet im neuen Fenster).
Die Rolle Boschs liegt derzeit noch eine Ebene tiefer, praktisch unter der Haut der Roboterhände.
📌 Kaynak
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