Rassistische Unruhen in Belfast: Gewalt weckt düstere Erinnerungen

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Rassistische Unruhen in Belfast: Gewalt weckt düstere Erinnerungen

"Troubles" - im Englischen steht das für den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Nordirland. Viele in Belfast fühlen sich gerade daran erinnert. Die zweite Nacht in Folge gab es Randale - angestachelt von Rechtsextremen. Von F. Hoppen. [ mehr ]

"Troubles" - im Englischen steht das für den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Nordirland. Viele in Belfast fühlen sich gerade daran erinnert. Die zweite Nacht in Folge gab es Randale - angestachelt von Rechtsextremen.

Die zweite Nacht in Folge brannten in Belfast Fahrzeuge, errichteten Randalierer Barrikaden. Das Ausmaß blieb zwar hinter den Ausschreitungen der Nacht zuvor zurück. Doch die Angst bei Menschen mit Migrationshintergrund bleibt. In den sozialen Netzwerken waren nach Medienberichten Listen aufgetaucht mit Adressen, an denen angeblich Migranten lebten.

Mit Tränen in der Stimme erzählte Twasul Mohammed im BBC-Radio, wie sie in der Nacht ängstlichen Bewohnern half: "Es waren schreckliche Szenen. Ich komme selbst aus dem Sudan, und die meisten Familien waren ebenfalls Sudanesen. Sie hatten schreckliche Angst, die Kinder, die Frauen weinten." Es seien Menschen, die erst kürzlich vor dem Krieg im Sudan geflohen sind. Sie würden dieselben Szenen erneut erleben und wieder dasselbe durchleben.

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Doch auch bei vielen Belfastern, die schon lange in der Stadt leben, weckte die Gewalt düstere Erinnerungen. Stadtrat Paul Doherty etwa sagte, die Situation erinnere ihn an die "Troubles" - also die Unruhen im vergangenen Jahrhundert, bei denen Unionisten und Nationalisten in Straßenschlachten aufeinander trafen. "Diese Gewalt versetzt selbst mich zurück in die sehr dunklen Tage des Konflikts, als Häuser brannten und Menschen mit Masken auf den Straßen standen", berichtet Doherty.

Und Polizeichef Jon Boutcher schloss einen Einfluss der noch immer vorhandenen paramilitärischen Strukturen nicht aus. Es sei noch zu früh, um das jetzt zu sagen, aber "ich scheue nicht vor der Wahrheit über eine mögliche Beteiligung paramilitärischer Gruppen zurück. Lassen Sie uns erst die Ermittlungen in Gang bringen, um herauszufinden, wer das online und vor Ort orchestriert hat."

Bislang lasse sich nur eines sicher sagen, meint Johanne Devlin Trew, Kriminologin der Universität Ulster: "Was wir über diejenigen wissen, die umherziehen und in manchen Fällen Menschen auffordern, ihre Häuser zu verlassen, ist, dass es sich um Männer handelt, die maskiert und größtenteils wahrscheinlich relativ jung sind."

Viele der Proteste hatten sich in Arbeitervierteln abgespielt. Doch daraus wagte die Kriminologin vorerst keine Schlüsse zu ziehen. Sie verwies stattdessen auf die rechten Agitatoren, im Inland wie Ausland, wie etwa Tommy Robinson, Großbritanniens bekanntesten Rechtsex

📌 Kaynak

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