Kretas Sorge vor Migration aus Libyen
Die Migrationsrouten nach Griechenland haben sich verlagert. Die meisten Geflüchteten kommen nicht mehr auf den ägäischen Inseln an, sondern versuchen die gefährliche Überfahrt von Libyen direkt Richtung Kreta. Von Moritz Pompl. [ mehr ]
Die Migrationsrouten nach Griechenland haben sich verlagert. Die meisten Geflüchteten kommen nicht mehr auf den ägäischen Inseln an, sondern versuchen die gefährliche Überfahrt von Libyen direkt Richtung Kreta.
An der Nordküste Kretas kommen derzeit die Gäste an, die gern gesehen sind: Zehntausende von Touristen, die in den Genuss von Gastfreundschaft und kretischer Küche kommen. Rund sechs Millionen Urlauber besuchen Kreta im Jahr.
Im Süden und auf der vorgelagerten Insel Gavdos landen dagegen diejenigen an, die Griechenlands Regierung am liebsten gar nicht hier sehen würde: Flüchtlinge, die von Libyen aus das Mittelmeer Richtung Europa überqueren. Die letzten Vorfälle liegen wenige Tage zurück.
Dieses Jahr sind bislang rund 6.000 Migranten angekommen. Grund genug für Griechenlands Migrationsminister Thanos Plevris, einmal mehr Alarm zu schlagen: "Wenn es nötig sein sollte und das, was in den vergangenen Tagen passiert ist, zur Regel wird, werden wir sehr harte Maßnahmen ergreifen -. Maßnahmen, die weitaus strenger sind als die bloße Aussetzung des Asylrechts, wie es in der vergangenen Zeit der Fall war."
Tatsächlich hatte Griechenland vergangenen Sommer beschlossen, dass Neuankömmlinge drei Monate lang kein Asyl beantragen konnten. Es war eine Reaktion darauf, dass rund die Hälfte der Geflüchteten Richtung Griechenland plötzlich auf Kreta ankam.
Die Regelung galt auch für Menschen, die aus Kriegsgebieten geflüchtet waren - laut Rechtsexpertinnen und -experten ein Verstoß gegen internationale Konventionen und die griechische Verfassung. Später nahm die konservative Regierung in Athen die pauschale Regelung eher stillschweigend zurück.
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Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres rund 11.000 Migranten nach Griechenland gekommen. Das ist ein niedriges Niveau.
Doch Migrationsminister Plevris verweist auf Libyen, wo derzeit mehr als eine halbe Million Menschen auf ihre Überfahrt nach Europa warten würden. Die Vereinten Nationen bestätigen solche Zahlen nicht.
"Wir bemühen uns um eine bessere Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache; wir sind auch präsent. Aber Ostlibyens Regierung ist von der EU nicht anerkannt, das macht es viel schwieriger, das Ganze zu bewältigen", so Plevris. "Wir werden nicht zulassen, dass sich 2015 und 16 wiederholen, als eine Million Menschen durchgereist sind. Die hier nur an der Sonne lagen und dann verschwunden sind. Unser Land hat Grenzen, und die werden wir bewachen
📌 Kaynak
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