Ehegattensplitting: Deutschland braucht mehr Gleichstellung – aus ökonomischer Vernunft!
Darüber, wie Deutschland zu mehr Wachstum kommen kann, wird viel diskutiert. Was fehlt: eine gerechte Frauenpolitik. Die fängt etwa beim Ehegattensplitting an.
Die Bundesregierung debattiert über große Reformen, doch die Gleichstellung von Frauen bleibt bisher vernachlässigt. Ein offener Brief von acht Initiatorinnen und Initiatoren fordert eine Reform des Ehegattensplittings, um gleiche Chancen und Freiheiten für alle zu gewährleisten. Die Debatte über Gleichstellung wird oft moralisch geführt, anstatt strukturelle Hürden anzugehen, die Frauen in Teilzeitjobs und Altersarmut drängen. Deutschland muss in Infrastruktur investieren, finanzielle Anreize verbessern und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bekämpfen, um das Potenzial qualifizierter Frauen zu nutzen. Die Reform des Elterngeldes sollte Väter stärker einbinden und partnerschaftliche Modelle belohnen, um Erwerbs- und Sorgearbeit fairer zu teilen und die Demokratie zu stärken.
Die Bundesregierung diskutiert derzeit über viele große Reformen – bei Rente, Pflege, Steuern, Sozialstaat und Fachkräften. Es geht um die Frage, wie Deutschland aus seiner wirtschaftlichen Schwäche herausfinden kann. Doch ein wichtiges Thema bleibt bisher weitgehend unbeachtet: die Gleichstellung von Frauen. Es geht dabei nicht nur um Gerechtigkeit. Es geht um zentrale Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie und sozialen Marktwirtschaft: gleiche Chancen und gleiche Freiheiten für alle Menschen. Und es geht um ökonomische Vernunft. Kein Land kann es sich leisten, auf das Potenzial der Hälfte seiner Bevölkerung zu verzichten – schon gar nicht Deutschland in Zeiten von demografischem Wandel, Fachkräftemangel und Transformation.
Vor diesem Hintergrund haben in der vergangenen Woche acht Initiatorinnen und Initiatoren einen offenen Brief an den Bundeskanzler und Vizekanzler veröffentlicht und eine Reform des Ehegattensplittings vorgeschlagen. Ich habe den Brief neben 14 weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mitunterschrieben und halte ihn für enorm wichtig. Denn der Vorschlag zur Reform des Ehegattensplittings ist pragmatisch und bezieht möglichst viele Positionen ein. Es handelt sich um ein begrenztes Realsplitting: Die Ehe soll steuerlich weiter anerkannt, aber der unbegrenzte Vorteil für Paare mit sehr ungleichen Einkommen begrenzt werden. Die Mittel würden dann stärker zu Familien mit Kindern gelenkt werden. So werden drei Ziele verbunden: Respekt vor Ehe und Familie, bessere Förderung von Kindern und stärkere Erwerbsanreize für Frauen.
Die Debatte über Gleichstellung wird in Deutschland noch immer zu oft moralisch geführt – als gehe es darum, Frauen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Das Gegenteil ist richtig. Gute Gleichstellungspolitik schafft Frei
📌 Chanzo
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