Proteste in Berlin und Völklingen - IG Metall bangt um Stahljobs
Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben belasten die deutsche Stahlindustrie. Gewerkschafter sehen Arbeitsplätze in Gefahr. Tausende Beschäftigte haben nun für mehr Unterstützung aus der Politik demonstriert.[ mehr ]
Billigstahl aus Asien, teure Energie und Klimavorgaben belasten die deutsche Stahlindustrie. Gewerkschafter sehen Arbeitsplätze in Gefahr. Tausende Beschäftigte haben nun für mehr Unterstützung aus der Politik demonstriert.
Mit Kundgebungen in Berlin und Völklingen haben Beschäftigte der deutschen Stahlindustrie Druck auf die Bundesregierung ausgeübt. Unter dem Motto "Stahl hat Zukunft - bei uns!" marschierten Stahlarbeiter am Freitag vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium.
Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich rund 1.700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben. Im saarländischen Völklingen versammelten sich bei mehreren Demonstrationszügen insgesamt 8.500 Menschen, wie die Polizei mitteilte.
Die IG Metall fordert mehr Hilfe der Politik für die kriselnde Stahlindustrie. Sie leidet unter der Wirtschaftsflaute, hohen US-Zöllen auf Stahl sowie der Konkurrenz durch Billigstahl - vor allem aus Asien. 2025 war die Produktion der deutschen Stahlindustrie, die besonders in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland vertreten ist, auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl gefallen - ein Tiefstand seit der Finanzkrise 2009.
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Zudem warnt die IG Metall davor, Klimavorgaben in Europa aufzuweichen und damit den Umbau der Branche zum sogenannten grünem Stahl zu gefährden. "Wir wollen grünen Stahl produzieren, unsere Stahlwerke werden, soweit es geht, klimaneutral. Doch die Politik muss konsequent die Möglichkeit dafür schaffen", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Kerner.
Er warnte, den europäischen Emissionshandel, der im Juli auf EU-Ebene auf den Prüfstand kommen soll, infrage zu stellen. Dies treibe zehntausende Arbeitsplätze ins Risiko, so Kerner. Zugleich brauche es Unterstützung für Unternehmen, die die Investitionen in die klimafreundliche Produktion nicht allein stemmen könnten.
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So fordern beispielsweise die Stahl-Holding-Saar (SHS) und die saarländische Landesregierung unter SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, den von der EU eingeschlagen Weg zur Reduktion des CO2-Ausstoßes in der Industrie weiterzugehen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollten demnach die Preise für CO2-Zertifikate sukzessive steigen. Wer mehr CO2 ausstößt, müsste dann dafür immer tiefer in die Tasche greifen.
Das sieht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) jedoch anders und will große Teile der CO2-Zertifikate weiter kos
📌 Kaynak
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