Gesetzliche Krankenversicherung: »Man kann nur die Praxis auf Privatpatienten umstellen«
Drei Ärzte erzählen, was die Sparpläne der Bundesregierung für ihre Praxen bedeuten. Und warum am Ende womöglich nicht nur sie den Preis dafür zahlen.
Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung sorgt bei Ärzten für Unmut. Hausärzte, Kinder- und Jugendarzte sowie Gynäkologen befürchten massive Einschnitte in ihre Praxen und die Versorgung ihrer Patienten. Die Reform sieht Abschläge für die hausarztzentrierte Versorgung vor, was die Aufnahme neuer Patienten erschwert. Kinderärzte sollen bei Überschreiten eines Schwellenwerts wieder umsonst arbeiten, was die Versorgung gefährdet. Gynäkologen sehen sich mit gedeckelten Budgets für Schwangerenbetreuung und Krebsvorsorge konfrontiert, was zu Engpässen und Wartezeiten führen könnte. Die Reformpläne der Bundesregierung stoßen auf massive Kritik und könnten langfristig zu einem Rückgang von Arztpraxen und einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung führen.
Die Bundesregierung will mit der Gesundheitsreform Milliarden sparen. Drei Ärzte erklären, was das für ihre Praxen bedeutet – und für ihre Patienten.
Ich bin seit 18 Jahren niedergelassener Hausarzt in einer Gemeinschaftspraxis in einer Kleinstadt südwestlich von Ulm. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Modell der hausarztzentrierten Versorgung anzubieten. Die meisten unserer Patienten nutzen es auch. Das heißt, wir sind ihr erster Ansprechpartner bei allen gesundheitlichen Problemen. Auch wenn sie zum Facharzt müssen, kommen sie erst zu uns – was den Vorteil hat, dass sie dann gleich beim richtigen Kollegen landen. Zudem können wir 80 Prozent der Beschwerden bei uns in der Praxis abschließend behandeln. So verhindern wir unnötige Facharztbesuche und Einweisungen ins Krankenhaus.
📌 Kaynak
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