Atommüll: Deutschland nimmt letzte Castoren aus dem Ausland zurück

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Atommüll: Deutschland nimmt letzte Castoren aus dem Ausland zurück

Der letzte Transport mit radioaktivem Abfall hat Deutschland erreicht. Er soll in das Zwischenlager am stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf transportiert werden.

Deutschland hat sieben Castorbehälter mit Atommüll aus dem Ausland zurückgenommen, die nun im Atommüllzwischenlager in Brokdorf gelagert werden. Die Rücknahme erfolgte gemäß internationaler Verträge und gesetzlicher Vorgaben, obwohl die Wiederaufbereitung im Ausland bereits 2005 gestoppt wurde. Die Suche nach einem Endlagerstandort für hoch radioaktive Abfälle läuft weiter, während dezentrale Zwischenlager an ehemaligen Atomkraftwerksstandorten genutzt werden. Die Rückführung der Abfälle obliegt den ehemaligen Atomkraftwerksbetreibern, während die Lagerung staatlich organisiert wird.

Deutschland hat die letzten sieben Castorbehälter mit Atommüll aus der Wiederaufbereitung radioaktiver Brennstäbe im Ausland zurückgenommen. Wie die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Essen mitteilte, erreichten sie den Hafen im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel an Bord des Spezialschiffs Pacific Grebe. Es handelte sich um Rückstände aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield.

Nach GNS-Angaben gehen die Castorbehälter in das Atommüllzwischenlager am stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf bei Brunsbüttel. Der Transport dorthin sei mit Transportfahrzeugen über die Straße geplant. Diese sollten »in den darauffolgenden Tagen« einzeln in das staatliche Zwischenlagergebäude fahren und nacheinander entladen werden.

Deutsche Atomkraftwerksbetreiber ließen in der Vergangenheit regelmäßig verbrauchte Brennelemente aus ihren Reaktoren zur Wiederaufbereitung in spezielle Anlagen im britischen Sellafield und im französischen Le Havre bringen. Dabei verpflichteten sie sich vertraglich, die nicht weiter verwertbaren radioaktiven Rückstände zurückzunehmen. Ergänzend garantierte die Bundesrepublik Deutschland dies auch in völkerrechtlichen Verträgen.

Die Wiederaufbereitung von Brennstäben im Ausland war bereits 2005 gesetzlich gestoppt worden – schon mehrere Jahre vor dem späteren Beschluss zum deutschen Ausstieg aus der Atomenergienutzung im Jahr 2011. Die Verpflichtungen zur Rücknahme der Abfälle aus den bis dahin gelieferten Brennstäben blieben aber bestehen.

Bis 2011 wurden die Rückstände aus der Wiederaufbereitung im Ausland zentral in das niedersächsische Gorleben gebracht, das lange als künftiger Endlagerstandort galt. Laut GNS wurden dort mehr als 100 entsprechende Castoren eingelagert. Inzwischen verhandelt Deutschland die Endlagersuche neu, wobei die Suche nach einem Standort bis in die 2070er-Jahre andauern könnte.

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