Wie steht's um den Wettbewerb im heimischen Fernverkehr?
Italo und Flixtrain mischen den deutschen Markt auf. Durch Tirol rauschen bald die Frecciarossa, Silverstar Railways will ins Salzkammergut. Kommt der Wettbewerb ins Rollen?
Italo und Flixtrain mischen den deutschen Markt auf. Durch Tirol rauschen bald die Frecciarossa, Silverstar Railways will ins Salzkammergut. Kommt der Wettbewerb ins Rollen?
Die privaten Bahnbetreiber Italo und Flixtrain sind bereit, Milliarden zu investieren, um die marktbeherrschende Stellung der Deutschen Bahn (DB) aufzubrechen. Anders als im deutschen Nahverkehr beherrscht die DB den Fernverkehr noch monopolartig – trotz der Bahnliberalisierung, für die Brüssel in den frühen 1990ern die Weichen gestellt hat.
Auch in Österreich wurde zuletzt der Wettbewerb im Fernverkehr verschärft – oder zumindest die Debatte darüber. Die mehrheitlich private Westbahn betreibt neben ihrer Stammstrecke Wien–Salzburg nun auch Züge zwischen Wien und Kärnten. Zuletzt sorgte dann die junge Silverstar Railways für Schlagzeilen, die eine neue Verbindung ankündigte.
Nimmt der Wettbewerb im Fernverkehr nach Jahrzehnten der schrittweisen Marktöffnung also an Fahrt auf? Oder ist das Getöse lauter als das, was letztlich über die Schienen rollt?
Hierzulande hat sich die Liberalisierung auf der Weststrecke manifestiert. Seit bald 15 Jahren rauschen zwischen Wien und Salzburg (und mittlerweile weit darüber hinaus) die Züge der Westbahn. Mit Eröffnung des Koralmtunnels kam jüngst die Südstrecke hinzu. Mit dem Semmeringtunnel (Ende 2029) will die Westbahn das Angebot zwischen Wien und Kärnten dann merklich ausweiten.
Daneben bleibt die private Konkurrenz zur ÖBB-Personenverkehr AG (ÖBB-PV) aber rar. Trassenansuchen gibt es immer wieder, etwa vom tschechischen Leo Express. Doch die wenigsten trauen sich letztlich auf den Markt. Eine der Ausnahmen ist die tschechische RegioJet, die seit Jahren vom Wiener Hauptbahnhof nach Prag, Brno, Bratislava und Budapest fährt.
Die flotten Frecciarossa von Trenitalia beanspruchen bald ebenso das heimische Schienennetz, die Schnellzüge werden allerdings von der ÖBB-PV selbst betrieblich verantwortet. Im Binnenverkehr könnte mit der Silverstar Railways aber bald eine Fernreisealternative bestehen.
Deren Gründer Patrick Kröll kann man gewissermaßen als Verkörperung der Liberalisierung betrachten. Ausgebildet wurde er bei der Staatsbahn, später ging er zu RegioJet, 2024 folgte die Gründung des eigenen Bahnunternehmens. Bisher beschränkt sich das Geschäft auf die Arbeitskräfteüberlassung und Vermietung von Loks im Gütertransport und touristischen Charterverkehren.
Ab Mai 2027 will Kröll allerdings an zwei Tagen pro Woche einen Zug von Wien ins steirische Bad Aussee und zurück schicken. Zwischenhalte sind in Sankt Pölten, Linz, Gmunden, Bad Ischl
📌 Kaynak
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