Bis in 1.000 Meter Tiefe: Was reale Daten über das Rätsel des Kalten Flecks im Atlantik verraten

🔬 Bilim 📰 Germany 🕐 1 saat önce
Bis in 1.000 Meter Tiefe: Was reale Daten über das Rätsel des Kalten Flecks im Atlantik verraten

Während sich die Weltmeere kontinuierlich aufheizen, gibt eine Region der Wissenschaft seit Jahren Rätsel auf. Südlich von Island fallen die Temperaturen beharrlich. Nun bringen neue Daten Licht in eine potenziell folgenschwere physikalische Dynamik. weiterlesen auf t3n.de

Während sich die Weltmeere kontinuierlich aufheizen, gibt eine Region der Wissenschaft seit Jahren Rätsel auf. Südlich von Island fallen die Temperaturen beharrlich. Nun bringen neue Daten Licht in eine potenziell folgenschwere physikalische Dynamik.

Wie in einer im Fachmagazin Geophysical Research Letters veröffentlichten Studie zu lesen ist, wird der sogenannte Kalte Fleck im Nordatlantik durch einen reduzierten Ozeanwärmetransport verursacht. Ein Team von Wissenschaftler:innen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung nutzte für diese Erkenntnis aufwendig kombinierte Satelliten- und Reanalyse-Daten.

Bislang stand in der Fachwelt vorrangig die These im Raum, dass rein atmosphärische Bedingungen wie veränderte Winde oder Wolken für die lokale Abkühlung verantwortlich sein könnten. Die aktuellen Analysen zeigen jedoch, dass der Temperaturabfall bis in eine Tiefe von 1.000 Metern reicht, wo Winde kaum noch einen direkten Einfluss auf die Wassertemperatur haben.

Der gemessene Temperaturrückgang um rund ein Grad Celsius seit dem Jahr 1900 ist stattdessen eng mit der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung verknüpft, die in der Forschung zumeist als AMOC abgekürzt wird. Dieses gewaltige System von Meeresströmungen transportiert kontinuierlich große Mengen an warmem Wasser aus den Tropen in die nördliche Hemisphäre.

Durch die voranschreitende Erwärmung der Erde schmilzt das grönländische Inlandeis in beträchtlichem Umfang ab. Das dadurch in den Ozean fließende Süßwasser verringert den lokalen Salzgehalt. Weil dieses salzärmere Wasser leichter ist, sinkt es nicht mehr so gut in die Tiefe ab, wodurch der Motor der gesamten Strömung spürbar ins Stocken gerät.

Der an der Studie beteiligte Klimatologe Stefan Rahmstorf sieht in dem verringerten Wärmetransport ein unmissverständliches Signal für eine Abschwächung der globalen Zirkulation. Unabhängige Messungen deuten laut Rahmstorf bereits darauf hin, dass die Strömung derzeit so schwach ist wie seit 1.000 Jahren nicht mehr.

Ein vollständiger Stillstand der Zirkulation hätte weitreichende Konsequenzen für die globale Infrastruktur und die Wirtschaftssysteme. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet, drohen in einem solchen Szenario unter anderem ein stark beschleunigter Meeresspiegelanstieg an der US-Ostküste und extreme Kälteeinbrüche in Europa.

Der Meeresforscher René van Westen von der niederländischen Universität Utrecht betont die Robustheit der neuen Studienergebnisse durch die übereinstimmenden historischen Datensätze. Er weist jedoch einschränkend darauf hin, dass frühere Simulationen zeigte

#wissenschaft

📌 Kaynak

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