Warum die Katze nach einem besonders stressigen Tag nicht immer eine Hilfe ist
Eine Studie aus den Niederlanden zeigt: Eine schnurrende Fellnase auf dem Schoß hebt zwar die Stimmung im Alltag, dämpft aber nicht akuten Stress im Moment seines Auftretens
Eine Studie aus den Niederlanden zeigt: Eine schnurrende Fellnase auf dem Schoß hebt zwar die Stimmung im Alltag, dämpft aber nicht akuten Stress im Moment seines Auftretens
Die Szene kennt fast jeder, der sein Zuhause mit einem Tier teilt: Der Tag war zäh, die Nerven liegen blank, und dann springt die Katze auf den Schoß, beginnt zu schnurren und drückt den Kopf gegen die Hand. Die Welt scheint für einen Moment in Ordnung. Daraus hat sich die feste Überzeugung geformt, dass ein Tier, vor allem ein streichelbares, dem Stress die Spitze nimmt.
Diese Erfahrung am eigenen Leib kann man tatsächlich auch wissenschaftlich untermauern. Ein Team der Washington State University ließ vor einigen Jahren fast 250 Studierende jeweils zehn Minuten lang Katzen und Hunde streicheln und maß danach den Cortisolspiegel im Speichel. Wer Hand an ein Fell legen durfte, hatte messbar weniger von diesem Stresshormon im Körper als jene, die nur zusehen durften oder warten mussten. Es war eine der ersten Untersuchungen dieser Art außerhalb des Labors. Dennoch zeigt sie nur einen eng begrenzten Ausschnitt, bei dem noch dazu Hund und Katze gleichsam in einen Topf geworfen wurden.
Die bisher erhobenen Daten zur beruhigenden Wirkung von Haustieren ergeben insgesamt ein uneinheitliches Bild. Manche Studien finden den erhofften Effekt, andere nicht, wieder andere nur unter bestimmten Bedingungen. Die Ergebnisse einer neuen Untersuchung widersprechen in gewissen Punkten den persönlichen Wahrnehmungen von vielen Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern – und dürften wohl vor allem in der Welt der Katzenliebhaber für Aufruhr sorgen.
Ein Forschungsteam um Mayke Janssens und Sanne Peeters von der Open Universiteit in den Niederlanden wollte wissen, ob Haustiere tatsächlich als emotionaler Puffer gegen akuten Stress wirken. Die im Fachjournal Frontiers in Psychology veröffentlichte Arbeit verzichtete bewusst auf die künstliche Ruhe des Labors. Stattdessen kam die Methode des sogenannten Ecological Momentary Assessment zum Einsatz, eine Erhebung mitten im Alltag.
Knapp 190 Hunde- und Katzenhalter wurden über fünf Tage hinweg bis zu zehnmal täglich per App befragt. Wie fühlen Sie sich gerade? Gab es seit der letzten Meldung ein belastendes Ereignis? Hatten Sie Kontakt mit Ihrem Tier? Auf diese Weise sammelten sich fast 8000 Momentaufnahmen, ein vergleichsweise dichtes Protokoll von Stimmungen, Stressspitzen und Zuwendung.
Das Ergebnis fiel zwiespältig aus. Wer mit seinem Tier interagierte, berichtete tatsächlich von mehr guten und weniger schlechten Gefühlen. So weit bestätigt die Studie früh
📌 Kaynak
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