US-Lehrerin wirft Technik raus und die Schüler können auf einmal besser lesen
"No Tech"-Versuch an einer Highschool zeigt Ergebnisse, die an das "Handyexperiment" in Österreich erinnern
"No Tech"-Versuch an einer Highschool zeigt Ergebnisse, die an das "Handyexperiment" in Österreich erinnern
"Ich war frustriert. Ständig musste ich gegen Plagiarismus kämpfen, gegen die Handys und die Computer." Das berichtet Maureen Mulvaney, Lehrerin an der Washburn High School in Minneapolis. Statt sich auf den Literatur- und Englischunterricht zu konzentrieren, spielten ihre Schülerinnen und Schüler auf ihren Geräten Videospiele, klickten sich durch Onlineshops oder waren auf sozialen Netzwerken unterwegs.
Gegen diese Entwicklung ergriff die Pädagogin schließlich zu Jahresanfang drastische Maßnahmen. Ihre zweite Klasse (10. Schulstufe) musste sich umgewöhnen. Zu Stundenbeginn wurden alle Handys abgegeben. Und auch die von der Schule gestellten Chromebooks blieben in den Taschen. "Back to the basics", lautete das Prinzip. Stift und Papier statt Bildschirm und Tastatur für eine Unterrichtseinheit pro Tag. Die Regelung endete im Februar, weil manche Kinder sich für einen Online-Test vorbereiten mussten. Viele von ihnen hätten das "No Tech"-Prinzip gerne bis zum Ende des Schuljahres beibehalten.
Von den Eltern wurde die Initiative von Anfang an begeistert unterstützt. Der Versuch startete sanft. Zunächst ließ die Lehrerin ihre Klasse zehn Minuten still lesen und schreiben. Diese Zeit wurde immer stärker ausgeweitet. Letztlich mussten auch Hausübungen und Arbeiten in der Stunde von Hand geschrieben werden. Zu Beginn zeigten sich viele schon davon überfordert, eine halbe Seite an Text händisch zu schreiben. Im Februar schafften alle zwei Seiten oder mehr. Manche füllten gar fünf bis sechs Seiten in einer Stunde.
"Es hat viel Spaß gemacht. Ich habe es genossen, ohne Technologie zu arbeiten und ich glaube, dass wir alle uns etwas verbundener gefühlt haben", sagt eine Schülerin gegenüber dem Lokalsender Kare 11. Eine Umfrage unter den Lernenden ergab, dass mehr als 95 Prozent von ihnen den Versuch als erfolgreich einstuften. Knapp 80 Prozent empfanden, dass es für sie einfacher war, ihre Gedanken auf Papier zu verfassen und zu ordnen, als auf einem Bildschirm. "Man ist einfach fokussiert. das Einzige, was vor einem liegt, ist das Blatt Papier", beschreibt ein Schüler seine positive Erfahrung. Er ist nicht der Einzige, der erklärt, dass die fehlenden Ablenkungsmöglichkeiten, die der Zugriff auf Handy und Notebook mit sich bringen, einen gewichtigen Unterschied machen.
Das sind nicht die einzigen positiven Entwicklungen, die man beobachten konnte. Im vergangenen September gaben nur 46 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, ihren eigenen Fähigkeiten beim
📌 Kaynak
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