Wie viele Quadratmeter braucht man wirklich, um glücklich zu sein?
Viele Menschen verbinden Lebensqualität mit einem großen Zuhause. Aber auch in kleinen Wohnungen kann man sich wohlfühlen, erklärt eine Wohnpsychologin
Viele Menschen verbinden Lebensqualität mit einem großen Zuhause. Aber auch in kleinen Wohnungen kann man sich wohlfühlen, erklärt eine Wohnpsychologin
Auf dem Immobilienmarkt schaut die Lage aktuell eher suboptimal aus: Wohnungen werden immer kleiner, dafür aber auch teurer. Während nämlich nur wenige Menschen ihre großen, dem gedeckelten Richtwertmietzins unterliegenden Altbauten aufgeben, schießen die Preise im Neubausegment in teilweise absurde Höhen. Und sowieso wird zu wenig gebaut, beklagt die Branche. Sogar in einer Stadt wie Wien, die aufgrund ihres sozialen Wohnbaus international als Vorbild gilt, ist leistbarer Wohnraum knapp geworden.
Viele Menschen müssen sich daher mit weniger Platz arrangieren, als sie sich eigentlich wünschen würden. Doch wie viel Fläche braucht es tatsächlich für ein gutes Leben? Welche Rolle spielen dabei Faktoren, die über die Quadratmeteranzahl hinausgehen? Und gibt es Tricks, die dabei helfen, in einer eigentlich zu engen Wohnung zufrieden zu sein?
Antworten darauf hat die Wiener Wohnpsychologin Annette Hördinger. Es gibt schon einmal eine gute Nachricht für alle, die unfreiwillig in einer zu kleinen Wohnung festsitzen: "Tatsächlich hat das Wohlbefinden nicht unmittelbar mit der Größe einer Wohnung zu tun", sagt sie. Aus architekturpsychologischer Sicht könne man sich in einer großen Wohnung sogar unwohler fühlen. "Sind die Raumfaktoren nicht entsprechend unseren Bedürfnissen gestaltet, spielt es keine Rolle, ob es sich um eine große oder kleine Wohnung handelt."
Wichtig sei die Möglichkeit, Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. "Dieser Wunsch nach Geborgenheit ist uns allen Menschen immanent und bei manchen funktioniert das in einer kleinen Wohnung wunderbar." Es gebe ja eine Tendenz, erklärt die Psychologin, dass sich Menschen, die in einem großen Haus aufgrund einer Trennung oder eines Todesfalls zurückbleiben, wieder in einen kleinen Raum zurückziehen. "Man kann gut beobachten, dass manche Leute in große Wohnräume kleine Nischen bauen."
Die Psychologin ist überzeugt: Viele Menschen kennen ihre Wohnbedürfnisse eigentlich gar nicht. "Das heißt, sie führen ihr Unwohlsein auf andere Faktoren wie Trauer, Stress oder Angst zurück und wissen gar nicht, dass sie sich in ihrer Wohnung nicht geborgen fühlen." Wenn man mit einem Partner oder einer Partnerin in einer großen Wohnung zusammenlebt, könne es sein, dass man einfach einen Raum vermisst, dessen Tür man schließen kann. Und hat man dafür keinen ganzen Raum zur Verfügung, sollte es zumindest eine persönliche Nische sein.
Gerade wenn etwa eine Frau zu ihrem Partner
📌 Kaynak
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