Gewinnwarnung: BMW gerät in die Krise
BMW streicht seine Jahresziele, der neue Chef geht in den Krisenmodus. ( BMW , Wirtschaft )
BMW hat am Dienstagabend seine Prognosen für das laufende Jahr gekappt(öffnet im neuen Fenster): Absatz und Gewinn werden 2026 deutlich niedriger ausfallen als geplant. Als Gründe nannte der Münchner Konzern den schwächelnden Markt in China sowie die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten, der Energiepreise und Konjunktursorgen bei Kunden schürt. Beim Vorsteuerergebnis rechnet das Unternehmen nun mit einem deutlichen Rückgang gegenüber 2025.
Die operative Marge im Kerngeschäft soll nur noch zwischen einem und drei Prozent liegen. Bisher peilte BMW vier bis sechs Prozent an. Auch bei den Auslieferungen erwartet man in München einen leichten Rückgang, statt der bislang prognostizierten Stagnation auf Vorjahresniveau.
Während Mercedes, Volkswagen, Audi und Porsche schon seit Jahren mit einbrechenden Gewinnen auf den Schlüsselmärkten China und USA zu tun haben, vermittelte BMW lange einen anderen Eindruck. Weltweit verteilte Werke und ein breites Antriebsangebot sollten das Unternehmen absichern.
"Zuversicht ist keine Stimmung. Sie ist eine aktive Entscheidung", sagte noch Ex-Chef Oliver Zipse vor einem Monat auf der Hauptversammlung. Sein Nachfolger Milan Nedeljkovic übernahm den Chefposten offiziell am Mittwoch und muss direkt mit der ersten Gewinnwarnung umgehen.
Bereits im ersten Quartal war der operative Gewinn um mehr als ein Drittel abgesackt, die operative Rendite lag mit fünf Prozent deutlich unter den eigenen Zielvorgaben.
BMW kündigte laut Süddeutscher Zeitung(öffnet im neuen Fenster) als Reaktion "weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen" an, die bestehende Sparbemühungen "intensivieren und beschleunigen" sollten. Für das zweite Halbjahr sind einmalige Belastungen in der Bilanz eingeplant, deren Wirkung sich in den Folgejahren zeigen soll.
Das klingt ähnlich wie Programme, die bei anderen Herstellern bereits laufen. Mercedes bildete rund zwei Milliarden Euro Rückstellungen für Abfindungen, im VW-Konzern sollen bis 2029 rund 50.000 Stellen wegfallen. Ob auch BMW einen Stellenabbau plane, ließ eine Sprecherin offen. Dazu sei noch keine Entscheidung gefallen.
Der Absatzmarkt China, lange Wachstumstreiber für die deutschen Premiumhersteller, liefert derzeit alarmierende Zahlen. Laut dem chinesischen Branchenverband CPCA wurden im Mai nur noch rund 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, gut 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai summierten sich die Verluste auf knapp 20 Prozent gemessen am Wert des Vorjahreszeitraums.
📌 Kaynak
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