Bandengewalt in Haiti: António Guterres räumt internationales Versagen in Haiti ein
UN-Generalsekretär António Guterres hat sich in Haiti mit Betroffenen über Bandengewalt ausgetauscht. Dabei entschuldigte er sich für die mangelnde internationale Hilfe.
UN-Generalsekretär António Guterres bittet in Haiti um Verzeihung für das internationale Versagen bei der Bekämpfung von Bandengewalt. Bei einem Treffen in einer Schule in Port-au-Prince mit geflüchteten Frauen zeigt er sich tief bewegt von ihren Leiden. Die Situation in Haiti ist dramatisch: 1,5 Millionen Menschen wurden bereits vertrieben, während kriminelle Banden das Land terrorisieren. Die UN-Hilfsprogramme sind unterfinanziert, und die Bevölkerung leidet unter Nahrungsmittelknappheit. Guterres fordert die Welt auf, nicht wegzuschauen, und besucht auch die neue Anti-Banden-Einheit sowie den Ministerpräsidenten, der unter Druck steht, Wahlen abzuhalten.
UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einem Besuch in Haiti um Verzeihung für das internationale Versagen bei der Bekämpfung von Bandengewalt gebeten. In einer Schule in der Hauptstadt Port-au-Prince, die mehr als 1.250 Geflüchtete beherbergt, sprach Guterres mit Frauen, die vor der Bandengewalt geflohen sind. »Wir wissen, wie viel Sie gelitten haben, ich bin vor allem hier, um Ihnen zuzuhören«, sagte er bei dem Treffen.
Er sei tief bewegt von den Eindrücken vor Ort. »Das, was ich gesehen habe, wird mich nicht verlassen«, sagte Guterres. »Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben (…); Frauen und Kinder zahlen den höchsten Preis.«
Erst am vergangenen Wochenende war es in dem Küstenviertel Cité Soleil zu einem Angriff gekommen. Dabei wurden mehr als 30 Menschen getötet, verletzt oder verschleppt, wie die lokale Menschenrechtsorganisation Cooperative for Peace and Development mitteilte.
Neue Zahlen der UN zeigen, dass in diesem Jahr bislang 2.300 Menschen in Haiti getötet, weitere 100 entführt und 1,5 Millionen vertrieben wurden. Die kriminellen Banden im Land sind verantwortlich für Morde, Entführungen und Vergewaltigungen und zwingen Kinder, für sie zu kämpfen. Laut einem weiteren Bericht, der im April von den UN veröffentlicht wurde, kontrollieren die Banden mittlerweile 90 Prozent des Landes. Zudem ist bei fast der Hälfte der elf Millionen Einwohner die Lebensmittelversorgung nicht gesichert.
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Das UN-Hilfsprogramm für Haiti für dieses Jahr mit einem Umfang von 880 Millionen Dollar (758 Millionen Euro) wurde laut Guterres bisher nicht einmal zu einem Viertel finanziert. »Für zu viele Haitianer ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben«, sagte Guterres. »Die Welt hat nicht das Recht, den Blick abzuwenden.«
Der UN-Generalsekretär besichtigte auch das Hauptquartier der neuen Anti-Banden-Einheit, die vom Sicherheitsrat im Septem
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