Offspaces in Hamburg: Perlen im Untergrund
In Hamburg gibt es etliche verborgene Orte, die Kunst zeigen. Unsere Autorin hat an einem Offspace mitgewirkt und sagt: Für das kulturelle Leben sind sie unverzichtbar.
In der xpon-art gallery in Hamburg entdeckte die Kunsthistorikerin Anne Simone Kiesiel vor zehn Jahren die Welt der Offspaces, alternative Kunstorte abseits klassischer Galerien. Inspiriert von der experimentellen Atmosphäre, organisierte sie dort ihr erstes eigenes Kunstprojekt und lernte die Freiheit des künstlerischen Experimentierens schätzen. Offspaces bieten nicht nur Künstlern, sondern auch Besuchern die Möglichkeit, Kunst unmittelbar zu erleben und den Schaffenden nahe zu sein. Oftmals werden hier Werke präsentiert, die später in etablierten Galerien oder Museen zu finden sind. Trotz fehlender finanzieller Entlohnung schätzt Kiesiel die geistige Bereicherung, die ihr Engagement in der xpon-art gallery mit sich brachte.
Vor gut zehn Jahren kam ich zufällig an einem Ausstellungsraum im Hamburger Münzviertel vorbei. Die xpon-art gallery befindet sich in einem 1886 erbauten Gebäude, in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Schlachterei. Einige Wände sind mit historischen Kacheln gefliest, in den weitläufigen Kellerräumen bröckelt stellenweise der Putz. Die Ausstellung damals hieß ab_hängen. Gezeigt wurden filigrane Fadenobjekte der Hamburger Künstlerin Antje Flotho, außerdem auf Plastikfolie gedruckte Brüste, gestaltet vom heute international erfolgreichen Künstler Tobias Zaft.
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