US-Polizisten nutzen Kennzeichen-Kameras, um ihre (Ex-)Partnerinnen zu stalken
Dienlich dafür sind die 78.000 Überwachungskameras der Firma Flock
Dienlich dafür sind die 78.000 Überwachungskameras der Firma Flock
Über 20 Milliarden Kennzeichen liest das Netzwerk aus Kameras der Firma Flock in 49 Bundesstaaten der USA monatlich automatisch aus. Das Security-Unternehmen wirbt weitere Sicherheitsbehörden damit an, durch dieses Aufgebot mehr Fälle schneller lösen zu können. Immer wieder nutzen Polizisten das System, um ihre Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen zu stalken.
Die License-Plate-Reader (LPRs) sind das Steckenpferd von Flock, einem Unternehmen mit Sitz in Atlanta. An unzähligen US-amerikanischen Interstates und Highways montiert, erfassen sie jedes Fahrzeug, das an ihnen vorbeifährt und tragen diese Daten zu einer immensen Bewegungsdatenbank zusammen. Polizeibeamte können diese anzapfen und nachverfolgen, wo sich ein Fahrzeug und damit vermutlich auch sein Halter zu jedem beliebigen Zeitpunkt befunden hat.
Wie 404 Media berichtet, hat dies 2024 auch ein Polizist in Orange City, Florida, extensiv getan. Dies jedoch nicht im Rahmen einer Ermittlung, sondern um seine Ex-Partnerin auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, die das Onlinemedium veröffentlichte, suchte er im System innerhalb der Sommermonate mindestens 69 Mal ihr Kennzeichen. Zudem suchte er mindestens 24 Mal nach dem Kennzeichen ihrer Mutter und 15 Mal nach dem Wagen ihres Vaters.
Ein Kollege des Täters gab in einer eidesstattlichen Erklärung an, dass dieser zu ihm gemeint habe, er wisse genau, dass seine Ex-Freundin ihn anlüge. Auf die Frage, woher er dies mit Sicherheit wisse, habe er zugegeben, das LPR-System zu nutzen und ihn gefragt, ob er ihn bei einer "Überwachung" begleiten wolle. In einer anderen Situation habe er ihn darauf hingewiesen, dass er damit aufhören müsse, da er sonst Ärger bekommen könne – worauf der Täter ihm zugestimmt habe. Von einer moralischen Einordnung war keine Rede.
Das Opfer gab zu Protokoll, dass ihr Ex-Partner während ihrer Beziehung konstant übergriffig war, er verlangte etwa von ihr, ständig per FaceTime in Kontakt zu sein.
Schlussendlich kamen die Ermittler zu dem Schluss, dass der Polizist "wissentlich und vorsätzlich" auf die Systeme zugegriffen habe, er wurde wegen Stalkings und Hackings verurteilt und verbüßte einen Tag im Gefängnis plus fünf Jahre auf Bewährung.
Bei den Übergriffen in Florida handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall. Eine laufende Auswertung der durch das Institute for Justice, einer gemeinnützigen Anwaltskanzlei, zeigt auf, dass bislang Polizisten in mindestens 18 Fällen LPR-Daten missbraucht haben, um ihre Partnerin, Expartnerin
📌 Kaynak
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