Antisemitismus in Deutschland: Meldestellen dokumentieren 2025 mehr als 8.700 antisemitische Vorfälle
Der Bundesverband Rias dokumentierte vergangenes Jahr in Deutschland im Schnitt 24 antisemitische Vorfälle pro Tag. Fälle mit rechtsextremem Hintergrund stiegen stark an.
Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland steigt weiter an, mit fast 24 Vorfällen pro Tag im vergangenen Jahr. Besonders Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund nahmen stark zu. Der Anstieg seit dem Hamas-Angriff auf Israel 2023 und dem darauffolgenden Krieg im Nahen Osten prägte die Entwicklung. Israels Bezug spielt bei rund zwei Dritteln der Vorfälle eine Rolle, oft als Anlass für antisemitische Äußerungen. Neben physischen Angriffen nehmen auch antisemitische Vorfälle im Internet deutlich zu, ohne ausreichende gesellschaftliche Solidarität gegen Antisemitismus.
Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland liegt laut dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) weiter auf einem hohen Niveau. Die Rias-Meldestellen dokumentierten für das vergangene Jahr insgesamt 8.725 antisemitische Vorfälle und damit rund 100 mehr als 2024. Im Schnitt waren es fast 24 Vorfälle pro Tag. Wie aus dem Jahresbericht des Bundesverbands (PDF) hervorgeht, nahmen 2025 insbesondere Vorfälle mit einem rechtsextremen Hintergrund stark zu, von 562 auf 807.
Im Jahr 2024 war die Zahl antisemitischer Vorfälle sprunghaft auf einen neuen Höchststand angestiegen, um 77 Prozent auf 8.627 Fälle. Grund dafür war primär der Anstieg dokumentierter Fälle seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg im Nahen Osten. Auch für das vergangene Jahr gab der Rias-Bundesverband an, dass bei rund zwei Dritteln aller Vorfälle israelbezogener Antisemitismus dokumentiert wurde. Erneut habe sich gezeigt, dass die Lage im Nahen Osten vielen als Anlass dafür diene, sich antisemitisch zu äußern oder Jüdinnen und Juden anzugreifen.
Rias zufolge wurden Jüdinnen und Juden häufig an alltäglichen Orten Opfer von Antisemitismus. So wurden Gemeindemitglieder vor einem Gebetsraum beleidigt und bespuckt, Rabbiner im Supermarkt gestoßen oder Jüdinnen und Juden im Bus mit Holocaustleugnung konfrontiert. Auch Schmierereien an Wohnhäusern und Stolpersteinen sowie antisemitische Äußerungen am Arbeitsplatz, in Bars oder in Schulen dokumentierte die Stelle.
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Neben Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund stieg dem Bericht zufolge auch Judenfeindlichkeit im Netz deutlich an: 27 Prozent der Vorfälle ereigneten sich online. Viele davon »vermitteln den Eindruck, dass Antisemitismus online ungehemmter artikuliert wird«, heißt es in dem Bericht. Das gelte besonders für Bedrohungen und die Nutzung einschlägiger Symbole und Emojis.
Für Jüdinnen und Juden bleibe Antis
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