Beim Public Viewing schiebt die Fußball-Ekstase diesmal eine Frühschicht

📌 Diğer 📰 Austria 🕐 5 saat önce
Beim Public Viewing schiebt die Fußball-Ekstase diesmal eine Frühschicht

Hunderte bezeugten den Sieg der österreichischen Mannschaft unter freiem Himmel. Selbst zwei Jordanier bereuten die Anreise nicht

Hunderte bezeugten den Sieg der österreichischen Mannschaft unter freiem Himmel. Selbst zwei Jordanier bereuten die Anreise nicht

Die Pforte der Pfarrkirche St. Ulrich steht schon offen – im Dienst des heiligen Fußballs. Direkt am Eingang zum Gotteshaus verteilen Mitarbeiter eines Cafés die Frühstückssackerln, die besonders motivierte Fans beim Public Viewing im siebenten Wiener Bezirk in Verbindung mit einem Sitzplatz vorbestellen konnten.

Es ist 5.45 Uhr. Es regnet. Wer trifft sich da mitten in der Stadt zum Fußballschauen? Viele.

Im Kirchenschiff steht ein Baldachin über den Sackerln, der bei Prozessionen das Allerheiligste schützt. Das Allerheiligste ist heute aber ein Ball in Kalifornien. Und alleine auf dem Wiener St.-Ulrichs-Platz, zwischen den Lokalen Ulrich und Erich, pilgern hunderte Gläubige zur gemeinsamen Anbetung unter freiem Himmel.

Jasmina zum Beispiel ist mit ihrer Schwester und einem Freund da. "Wer weiß, wann wir das wieder erleben", sagt sie über die Teilnahme Österreichs bei der Männerfußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Auch der zehnjährige Jonas ist mit seinen Eltern vor Ort, "es ist meine erste richtige WM", erzählt er – und Österreich seine absolute Lieblingsmannschaft. Das Aufstehen zum gemeinsamen Schauen des Spiels gegen Jordanien um sechs Uhr morgens ist ihm nicht schwergefallen. Leichter jedenfalls als sonst, ergänzt die Mama.

An der Bar unter den Bildschirmen wird zu Spielbeginn noch mehr Kaffee als Bier ausgeschenkt, aber die ersten Fans nippen auch schon vor Anpfiff am Krügerl im Plastikbecher. Soziale Konventionen? Biorhythmus? Gilt heute nicht, es ist WM.

Dann: Anpfiff. Dass der Tag gerade erst angebrochen ist, spielt keine Rolle. Am St.-Ulrichs-Platz wird über jede Chance gejubelt, jedes (angebliche) Foul des anderen Teams mit empörten "Hey!"-Rufen sanktioniert. Die vollkommene Ekstase bricht dann aber in der 20. Spielminute aus, als Romano Schmid den Ball ins rechte Eck des jordanischen Tors schlenzt. Fans liegen sich in den Armen. "Immer wieder Österreich" wird angestimmt (die Stadionversion, nicht die John-Otti-Band-Version).

Die zahlreichen Fans beim Public Viewing beweisen auch, dass es bei den von der Fifa eingeführten Trinkpausen tatsächlich ums Hydrieren geht und nicht um Werbeeinnahmen: Sobald das Spiel unterbrochen ist, bildet sich an der Bar eine Schlange.

Deutlich gemütlicher haben es sich Vascu und seine Kolleginnen und Kollegen gemacht. Sie haben einen Tisch im normalen Schanigarten reserviert – und genießen das Spiel dort bei Aperol-Spritzern. Als Mitarbeiter des Lokals hätten sie eigentlich

📌 Kaynak

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