"The Death of Robin Hood" zeigt den Helden als Gewaltverbrecher

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"The Death of Robin Hood" zeigt den Helden als Gewaltverbrecher

Michael Sarnoskis düsterer Mittelalterfilm besitzt in Hugh Jackman einen großartigen Hauptdarsteller. Als Reue-Epos lahmt das Werk bedenklich

Michael Sarnoskis düsterer Mittelalterfilm besitzt in Hugh Jackman einen großartigen Hauptdarsteller. Als Reue-Epos lahmt das Werk bedenklich

Alt und zottelig ist der Rächer der Enterbten geworden, einsam auf der Pirsch im felsigen Gelände Schottlands. Robin Hood (Hugh Jackman) ist zu einem Zerrbild Gandalfs mutiert, die Richard-Löwenherz-Version eines fiesen, ungewaschenen Outlaws. In dem Film The Death of Robin Hood herrscht klarerweise Mittelalter. Doch es ist nicht die Vernunft, die Anno Domini 1247 schläft wie ein unschuldiges Murmeltier, sondern jegliche Moral. Es dauert ein paar Sekunden in kreidegrauer Landschaft, und der unmanierliche Greis, der einsam in Kaledonien das von Wind umtoste Lagerfeuer hütet, explodiert vor Gewalt.

Eben noch hatte er einer Zugelaufenen geduldig erklärt, alle Geschichten, die man sich über Robin Hood erzähle, seien törichtes Zeug. Funkelnden Auges enthüllt der Mann mit dem legendären Bogen sein Rehabilitationsprogramm. Er wisse gar nicht mehr, wie viele Männer, Frauen und Kinder er in seinem Leben umgebracht habe. Und Robin, von Jackman (X-Men) mit feinem Selbstekel gemimt, räumt ein, sogar Spaß dabei empfunden zu haben.

Sie solle ihr Haar öffnen, rät er der Streunerin noch. Bald darauf steckt sein Messer in ihrem Kopf. Doch weil ihn der ewige Kreislauf von Mord, Rache und neuerlichem Mord sinnlos dünkt, plant der Tunichtgut ein Sühneprojekt. Ein letztes Massaker soll es sein, veranstaltet zu Ehren seines Ziehsohns Little John (Bill Skårgard). Was folgt, ist ein Gewaltexzess, der selbst mittelalterliche Begriffe übersteigt. Pfeile stecken in Kinderköpfen, Hände werden gespalten, Schläge von Streitkolben prasseln auf unschuldige Körper nieder. Wie durch ein Wunder überlebt Robin, der verdiente Mörder des Volkes, auch noch diesen, von ihm selbst angezettelten Graus.

Bis zum letzten Atemzug ist Zeit zur Umkehr. In Regisseur Michael Sarnoskis kreidegrauer Läuterungsballade wird ein progressiver Plan vollstreckt. Man schickt Robin, selbst übel zugerichtet, auf Gewaltentzug. Auf einem zauberhaften Eiland, unter der Hut gotischer Spitzbögen, lässt eine schöne, junge Priorin (Jodie Comer) den zauseligen Griesgram wiederholt zu Ader. Er freundet sich mit einem Leprakranken an, begutachtet das üppig gedeihende Obst und hütet die kleine, einigermaßen traumatisierte Tochter Little Johns wie seinen Augapfel.

Doch während man dem straffällig gewordenen Rebellen dessen Entsühnung von Herzen vergönnt, geht es mit dem Film – nicht allein der Klippen wegen – von nun an steil bergab. Voller Argwohn rüstet Robin Hood zum allerletzte

📌 Kaynak

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