Geschlechtsidentität: Warum wollen so viele biologische Mädchen ein Junge sein?
Wiederholt wird berichtet, dass sich mehr biologische Mädchen in Behandlung begeben, weil sie sich als Jungs identifizieren als umgekehrt. Experten haben Theorien, warum.
Die Zahl der Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie steigt, vor allem bei biologischen Mädchen, die sich als trans Jungen identifizieren. Doch die hohe Anzahl in Behandlung sagt nicht alles über die Verteilung aus, da Mädchen eher Hilfe suchen. Der Zeitpunkt des Coming-outs spielt eine Rolle, da sich trans Jungen früher outen als trans Mädchen. Mädchen müssen sich früher mit ihrem Körper auseinandersetzen, was durch gesellschaftliche Erwartungen und Schönheitsideale verstärkt wird. Die Dynamik zwischen Geschlechtsidentität und Pubertät wirft Fragen auf, ob das Frausein als Herausforderung empfunden wird und ob Männlichkeit gesellschaftlich höher bewertet wird.
Saskia Fahrenkrug kann am Blick ins Wartezimmer der Spezialambulanz für Geschlechtsidentität am Universitätsklinikum Hamburg zwei Trends in der Entwicklung bei trans Jugendlichen ablesen: Zum einen stieg die Zahl der Jugendlichen mit der Diagnose Geschlechtsdysphorie in den vergangenen zehn Jahren stark an. Immer mehr Mädchen und Jungen melden sich also bei Gesundheitsdiensten, weil sie darunter leiden, dass ihre eigene Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Zum anderen beobachtet die psychologische Psychotherapeutin eine Verschiebung der Geschlechterverhältnisse: »In unserer Sprechstunde stellen sich überwiegend biologische Mädchen vor.« Statt eines früher weitgehend ausgeglichenen Verhältnisses seien heute rund achtzig Prozent der Jugendlichen, die dort Hilfe suchten, bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet worden und verorteten sich heute als männlich — also als trans Jungen.
📌 Kaynak
Bu haber XML kaynağından derlenmiştir. Tamamı için orijinal habere gidin.
Orijinal haberi oku →