HGÜ: 2-Gigawatt-Konverter kommt aus Rostock
Erstmals kommt die Technik für leistungsstarke Offshore-Konverterplattformen vorwiegend aus Deutschland. Sie bringt den Strom vom Meer an Land. ( Windpark , Siemens )
Für die Stromübertragung per Wechselspannung gibt es technische Grenzen, zumindest bei Leistungen von mehr als 1 Gigawatt (GW) und bei Distanzen jenseits von 100 Kilometer. Ab dann lohnt es sich, eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übetragung (HGÜ) zu nutzen. Diese verlangt jedoch aufwendige technische Lösungen.
Der Auftrag für eine solche komplexe Anlage, eine Offshore-Konverterplattform mit 2 GW Leistung, wurde vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz(öffnet im neuen Fenster) an ein Konsortium vergeben. Dazu gehören die Neptun-Werft in Warnemünde bei Rostock und Siemens Energy.
Mit dem Bau in der Nähe von Rostock kommt laut 50Hertz zum ersten Mal der größte Teil für die Konverterplattform aus Deutschland. Das heißt, dass die essenzielle technische Komponente, die den Strom vom Offshore-Windpark an Land übertragen kann, ebenfalls hierzulande gebaut wird.
Entsprechend betonen sowohl Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche als auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Bedeutung für den Industriestandort Deutschland. Der Auftrag, der einen Wert von insgesamt 2,5 Milliarden Euro haben soll, könnte demnach nur der erste dieser Art sein.
Konverterplattformen wie diese – die den Wechselstrom der Windenergieanlagen bei einer Leistung, die über der eines großen Atomreaktors liegt, in Gleichstrom umwandeln können – werden weltweit benötigt, damit Strom aus Offshore-Anlagen verlustarm an Land transportiert werden kann. Benötigt werden zwei Plattformen: eine an Land, eine auf dem Meer, die den Gleichstrom übertragen und schließlich wieder als Wechselstrom ins Netz einspeisen.
Die nun zu bauenden Konverter sind Teil des NordOstLinks, der die Windparks auf der Nordsee mit einer derzeit geplanten Gesamtleistung von bis zu 300 GW mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern verbindet. In Betrieb gehen sollen die Anlagen im Jahr 2034. Es bleibt also noch etwas Zeit, um im gleichen Atemzug die Windkraftleistung auf dem Meer ebenfalls weiter auszubauen.
📌 Kaynak
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