Die Debatte steckt in der Gulaschkanone fest: Das Heer braucht eine Vision
Die Reform des Grundwehrdienstes muss viel breiter diskutiert werden: Eine Verlängerung der Wehrpflicht um ein paar Wochen geht an der realen Bedrohung vorbei
Die Reform des Grundwehrdienstes muss viel breiter diskutiert werden: Eine Verlängerung der Wehrpflicht um ein paar Wochen geht an der realen Bedrohung vorbei
Der Vorschlag der Neos ist erst einmal originell: In der Debatte um die Verlängerung der Wehrpflicht schlagen sie vor, diese abzuschaffen und stattdessen auf Freiwilligkeit zu setzen. Die ÖVP schnauft empört durch. Der Neos-Vorschlag ist weit weg vom Stand der aktuellen Diskussion und von dem, was die ÖVP eigentlich will. Und das ist gut so. Denn die derzeitige Diskussion über die Länge der Wehrpflicht geht an der Realität und den diversen Bedrohungslagen haarscharf vorbei.
Natürlich wäre es das Einfachste, die Wehrplicht von sechs auf acht Monate zu verlängern und irgendwo zwei Monate Milizübungen anzuhängen. Aber hätten wir dann wirklich besser ausgebildete und motivierte Soldaten, die wir im Falle des Falles eine Verteidigung ihres Landes sicherstellen könnten?
Daran schließt gleich die nächste Frage an: Braucht das österreichische Bundesheer tatsächlich 36 neue Kampfflugzeuge für die Luftraumüberwachung und ist uns das sechs bis sieben Milliarden Euro wert?
Bundeskanzler Christian Stocker hat zuletzt beides überraschend in Frage stellt: Erstens könne man auch über andere Modelle reden und zweitens werde man nicht mit Abfangjägern auf Drohnen schießen können. So ist es. Die moderne Kriegsführung und die aktuellen Bedrohungslagen habe sich massiv verändert, diesem Umstand wird sich auch Österreich stellen müssen.
Ja, man muss die Landesverteidigung ernster nehmen, als wie es bisher getan haben. Aber das heißt auch, die Diskussion anders zu führen und nicht nur auf eine Verlängerung der Wehrpflicht zu fokussieren. Die wird nämlich gar nichts bringen, wenn die Soldaten falsch oder schlecht ausgebildet sind.
Der Vorschlag der Neos ist nicht abwegig, er schließt sogar an einem Modell der von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eingesetzten Kommission an. Darin wird zur Debatte gestellt, Soldatinnen und Soldaten mit umfangreichen Anreizsystemen auf freiwilliger Basis für eine 16-monatige Dauer zu rekrutieren. Wie das gehen könnte, wird etwa in Schweden praktiziert.
In der politischen Debatte verschließen die Akteure vor zu vielen Fakten die Augen: dass wir von Nato-Ländern umgeben sind und uns viel stärker in ein europäisches Verteidigungssystem einbringen sollten – mit einer Spezialisierung, die gefragt und hilfreich ist. Dass Kriege mittlerweile mit Drohnen geführt werden und dass auch wir darauf reagieren müssen, anstatt auf Panzer und 36 Abfangjäger zu setzen.
Wir brauchen ein spezialis
📌 Kaynak
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