"Genug gebaut": Alpenvereine fordern das Ende der Alpenerschließung

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"Genug gebaut": Alpenvereine fordern das Ende der Alpenerschließung

Breite Allianz fordert mehr Verantwortung bei Energie- und Tourismusprojekten im Hochgebirge. Die alpine Natur müsse erhalten bleiben

Breite Allianz fordert mehr Verantwortung bei Energie- und Tourismusprojekten im Hochgebirge. Die alpine Natur müsse erhalten bleiben

Das Küthai ist nicht umsonst als Kulisse für den Aufschrei der Alpenvereine und Naturschutzorganisationen gewählt worden, in dem sie den zunehmenden Nutzungsdruck der Alpen beklagen. Skipisten, Lifte, Zufahrtsstraßen, Beschneiungsanlagen und Energieinfrastruktur prägen hier die alpine Landschaft. Im Hintergrund eine Großbaustelle: Mit Muldenkippern, Bulldozern und Baggern wird gerade am 113 Meter hohen Staudamm gebaut – für einen weiteren Speichersee im Längental. Der Österreichische, der Deutsche und der Südtiroler Alpenverein haben am Dienstag mit zehn Naturschutzorganisationen Forderungen für einen besseren Alpenschutz gestellt.

Sie verlangen etwa den Erhalt des Tiroler Platzertals, in dem der Tiroler Energieversorger die nächste Kraftwerkserweiterung plant, die effizientere Nutzung von bestehenden Kraftwerken sowie Beteiligungsrechte von Umweltschützern. "Der Nutzungsdruck wächst – umso dringlicher sind klare Leitplanken zum Schutz der letzten unberührten Ökosysteme", betont der Präsident des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV), Wolfgang Schnabl. "Die Energiewende ist notwendig, aber sie darf nicht auf Kosten der Natur gehen."

Beschleunigte Verfahren, vereinfachte Genehmigungen und gelockerte Schutzbestimmungen bei Bauprojekten im alpinen Raum seien verantwortlich dafür, "dass sich Grenzen immer weiter zulasten der Natur verschieben", kritisiert ÖAV-Präsident. Um diese Entwicklung zu stoppen, seien "starke Rechte von Umweltorganisationen" in Genehmigungsverfahren zentral. Diese werden aber in den Bundesländern, etwa in Salzburg, immer mehr zurückgedrängt, wie der STANDARD berichtete. Die Politik müsse Beteiligungsrechte sichern und klare Grenzen für Bauvorhaben ziehen.

Im Platzertal zerstöre man "einen sensiblen Raum, der über Jahrzehnte gewachsen ist". Es handle sich hierbei schließlich um "irreversible Eingriffe", die es zu verhindern gelte, betont Schnabl. "Es müsse alle Alternativen ernsthaft geprüft werden." Der dortige, geplante Ausbau des Kraftwerks im Kaunertal sieht eine Flutung des anschließenden Platzertals vor. Die Pläne für das Mega-Pumpspeicherkraftwerk waren zum ersten Mal im Jahr 2009 eingereicht, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erstmals 2012 gestellt worden. Mit dem UVP-Bescheid wurde zuletzt für das Jahr 2027 gerechnet.

Die Entwicklungen in den Alpen seien "beängstigend", erklärte Roland Stierle, Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV). "Es muss unbedingt ernsthaft geprüft werden, ob n

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