Presserat: Journalistenverbände fordern Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte

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Presserat: Journalistenverbände fordern Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte

Im Juni kam heraus, dass der ehemalige »Tagesspiegel«-Chefredakteur Meinungstexte mit KI geschrieben hat. Nun fordern Journalistenverbände eine Kennzeichnungspflicht für solche Inhalte. Doch der Presserat sieht das anders.

Schreiben mit KI (Symbolbild): »Die Glaubwürdigkeit des Journalismus steht auf dem Spiel«

Der Deutsche Presserat spricht sich in der aktuellen Diskussion über künstliche Intelligenz in den Medien gegen eine generelle Kennzeichnungspflicht aus. Redaktionen müssten immer sicherstellen, dass sie den Pressekodex einhalten, vor allem im Hinblick auf die Sorgfalt, sagte der Sprecher des Presserats, Moritz Döbler, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). »Dabei ist zunächst mal unerheblich, wie viel Anteil die KI an der Erstellung eines Textes hatte.« Der Pressekodex verlange keine Kennzeichnung für Texte oder Textbausteine, die mithilfe von KI erstellt wurden. Am Ende sei entscheidend, dass die Redaktion die Pflichten, die der Pressekodex ihr auferlegt, erfülle.

Auf die Frage, ob er eine grundsätzliche Kennzeichnungspflicht für KI befürworten würde, verneinte Döbler, der Chefredakteur der »Rheinischen Post« ist. »Es ist sehr schwer zu definieren, ab wann ein Text ganz oder überwiegend KI-generiert ist«, sagte er. »Als Presserat haben wir nicht darüber zu befinden, welche Technologie eingesetzt wird.«

Anfang Juni hatte der »Tagesspiegel« bekannt gegeben, dass der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur des Mediums, Stephan-Andreas Casdorff, bis auf Weiteres nichts mehr für das Medium schreiben darf. Er habe Meinungstexte durch eine KI verfassen lassen, teilte der »Tagesspiegel« mit. Casdorff selbst bat laut der Mitteilung um Entschuldigung. »Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.«

Die Journalistenverbände DJV und dju haben beide eine Kennzeichnungspflicht für journalistische Beiträge gefordert, die mithilfe von künstlicher Intelligenz entstanden sind. Dies solle im Pressekodex verankert werden, verlangte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) am Mittwoch in Berlin. In dem Kodex des Deutschen Presserats gibt es für KI-generierte Fotos bereits eine solche Regelung.

»Die aktuelle Diskussion über künstliche Intelligenz in journalistischen Texten zeigt, dass die Glaubwürdigkeit des Journalismus auf dem Spiel steht«, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Der Verband hatte sich bereits 2023 in seinen Leitlinien für eine KI-Kennzeichnungspflicht ausgesprochen.

»Es geht um Transparenz und nicht um die Verteufelung einer neuen Technologie«, betonte Beuster. KI könne, etwa bei der Recherche, ein hilfreiches Werkzeug für Medienschaffende sein. Journalistinnen und Journalisten müssten hier aber klipp und klar Farbe bekennen.

Auch die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-

📌 Kaynak

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