Fußball-WM heute: Othello, Hamlet oder Tuchel?
Ein Deutscher soll England zum WM-Sieg führen: Shakespeare hätte es nicht besser schreiben können. Und der schönste Tanzkurs der WM beginnt. Das bringt der WM-Abend.
England trifft heute auf Kroatien, ein Spiel voller Spannung und Geschichte. Die alten Herren des kroatischen Teams stehen vor einer Herausforderung, während England auf einen WM-Titel hofft. Die kongolesischen Leoparden bringen ihre einzigartige Fankultur auf den Platz. In Usbekistan sorgt ein Spieler für kulturelle Verbindung und Freundschaft mit Cristiano Ronaldo. Thomas Partey aus Ghana steht politisch im Abseits, während Hymnen und Zitate die Vielfalt der WM beleuchten.
England gegen Kroatien (22 Uhr, ZDF). Kleines Land, große Kunst: Die Kroaten waren die Überperformer der beiden vergangenen Turniere. In Moskau wurden sie Zweiter, in Katar Dritter, beide Male verloren sie gegen das Team, das danach Weltmeister wurde. Doch es gibt Zweifel, ob die alten Herren es noch in den Knochen haben. Ivan Perišić (37 Jahre), Luka Modrić (40) und Mateo Kovačić (32) bilden weiterhin den Kern der Mannschaft, bei der EM 2024 schieden sie in der Vorrunde aus (und verloren natürlich gegen den späteren Europameister). Sollte Kroatien heute verlieren, dürfte England darin ein Zeichen sehen. Für Thomas Tuchel beginnt eine spannende Mission. Makellos und ohne Gegentor schritt der englische Nationalcoach durch die WM-Qualifikation, für seinen WM-Kader traf er einige mutige Entscheidungen. Nun soll er als Deutscher England zum ersehnten WM-Titel führen. Nicht mal Shakespeare hätte einen besseren Spannungsbogen in einen Satz packen können. Frage natürlich ans ZEIT-Publikum: Wird das eher Othello oder Hamlet?
Leo-Muster. Das ziert die Taschen und Anzüge der Spieler aus der Demokratischen Republik Kongo. Spitzname des Teams, Sie ahnen es: die Leoparden. Der Ausbruch des Ebolavirus überschattete zwar die Vorbereitung der Spieler, die in zweiwöchige Quarantäne mussten, und bestimmt auch das Leben ihrer vielen Fans zu Hause. Außerdem hat die Mannschaft ihre Stärken eher im Toreverhindern als im -erzielen. Aber rechnen Sie trotzdem mit einem Spektakel, und zwar auf den Rängen. Kongolesische Fankultur gründet sich auf Tanz und Musik, Kostüme und Rhythmen spielen eine zentrale Rolle. Ist ihre Hüfte gerade ein bisschen steif? Geben Sie bei YouTube »Congo«, »Fans«, »Dancing« ein, stehen Sie auf und machen Sie mit. Ihre Physiotherapeutin wird Ihnen dankbar sein. Nur einer wird wie immer 90 Minuten regungslos auf der Tribüne stehen: Michel Kuka Mboladinga. Er erinnert damit an den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes, Patrice Lumumba, der 1961 erschossen wurde.
Jaloliddin Masharipov (Usbekistan). Interessanter als seine Passquote für Esteghlal Teheran in der abgelaufe
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