Wiens erste Pfandkellner stehen bereit – die MA 48 hält wenig davon
Eine private Initiative von Kaufleuten will entlang der Lerchenfelder Straße Pfandflaschen und -dosen im öffentlichen Raum sammeln. Die Stadt warnt vor Hygieneproblemen
Eine private Initiative von Kaufleuten will entlang der Lerchenfelder Straße Pfandflaschen und -dosen im öffentlichen Raum sammeln. Die Stadt warnt vor Hygieneproblemen
Wohin mit leeren Pfandflaschen, abseits von Öffnungszeiten von Rückgabestellen? Entlang der Lerchenfelder Straße zwischen den Wiener Bezirken Neubau (7.) und Josefstadt (8.) gibt es nun eine Möglichkeit: Hier wurden 13 sogenannte "Pfandkellner" aufgestellt. In diese künstlerisch gestalteten Figuren können Pfandflaschen und -dosen gestellt werden. Weitere zwei Pfandsammler sollen vor den zwei Amtshäusern in den beiden Bezirken postiert werden.
Für die lokale Initiative zeichnet die IG Kaufleute Lerchenfelder Straße verantwortlich. Die Idee dahinter: "Pfand ist wertvoll und gehört nicht in den Mistkübel", wie es von der IG heißt. Es handelt sich um eine künstlerische Intervention: Die Figuren wurden vom Wiener Künstler Golif gestaltet. Laut René Patschok, Sprecher der Kaufleute, beträgt das Budget rund 12.000 Euro. In diesem seien neben den Pfandkellnern auch mindestens zehn Veranstaltungen zum Thema Kreislaufwirtschaft enthalten, die bis zum Herbst geplant sind.
Finanzielle Beiträge kommen aus den Kulturbudgets der beiden grün regierten Bezirke Neubau und Josefstadt, zudem sind die Wirtschaftskammer, die Firma fritz-kola sowie Künstler Golif Partner. Der Neubauer Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) sprach von einer "annehmbaren Möglichkeit, das Pfandsammeln im öffentlichen Raum auszuprobieren".
An der grundsätzlichen Ablehnung von öffentlichen Sammelsystemen wie etwa Pfandringen der Stadt Wien ändert sich dadurch allerdings nichts. Das bestätigte eine Sprecherin der Magistratsabteilung 48 (Abfallwirtschaft und Straßenreinigung) dem STANDARD. Der Grund, warum man das öffentliche Sammeln von Flaschen und Dosen ablehne, sei weniger ein Ästhetischer als vielmehr ein Hygienischer: "Man schafft damit Abstellflächen – auch für halb volle Kaffeebecher und Ähnliches. Und diese locken Insekten an." Die Stadt wolle "keine Müll-Hotspots im öffentlichen Raum schaffen".
Die Stadt beschäftigt sich bereits seit Jahren mit internationalen Erfahrungen mit Pfandringen und Co. Insbesondere mit deutschen und Schweizer Großstädten stehe man in engem Austausch. Städte wie Köln, Hannover und Berlin hätten dazu mehrjährige Testreihen durchgeführt. "Die Ergebnisse sind durchwachsen", sagt die MA 48-Sprecherin.
Dass jene österreichischen Städte, die Sammelringe installiert haben, zu anderen Ergebnissen kommen, bezweifelt sie. "Städte wie Linz haben diese ja nicht flächendeckend angebracht." Die Stadt Wien h
📌 Kaynak
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