"Sniper-Touristen" in Sarajevo: Weitere Ermittlungen in Norditalien
Vier Italiener sollen dafür bezahlt haben, während des Kriegs in Sarajevo Zivilisten zu töten. Ein Koordinierungstreffen der Ermittlungsbehörden ist am 29. Juni geplant
Vier Italiener sollen dafür bezahlt haben, während des Kriegs in Sarajevo Zivilisten zu töten. Ein Koordinierungstreffen der Ermittlungsbehörden ist am 29. Juni geplant
Mailand/Sarajevo/Wien – Im Skandal um mutmaßliche italienische "Kriegstouristen", die in den 1990er-Jahren während des Krieges in Sarajevo dafür bezahlt haben sollen, Zivilisten zu erschießen, kommt es in Mailand zu Entwicklungen. Bei einem der vier wegen Mordes verdächtigten Italieners, gegen den die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt, wurde eine Fotografie und ein Schalldämpfer beschlagnahmt.
Am 29. Juni ist bei Eurojust in Den Haag ein Koordinierungstreffen der Ermittlungsbehörden aus Italien, Belgien und Bosnien angesetzt. An den Untersuchungen beteiligen sich zudem die Schweiz und Österreich.
Das Bild wurde in der Wohnung eines 65-Jährigen aus der norditalienischen Provinz Alessandria konfisziert, wie italienische Medien am Mittwoch berichteten. Der Mann hatte bei seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Mailand keine Aussage gemacht. Das bei der Durchsuchung am Mittwoch sichergestellte Foto könnte nach Einschätzung der Ermittler helfen, den Zeitraum der Aufnahme einzugrenzen. Die ehemalige Lebensgefährtin des Verdächtigten beschrieb das Bild als eine Art Passierschein. Es zeige den Mann in Uniform an einem nicht näher bestimmten Ort, vermutlich in Bosnien.
Der 64-Jährige soll in der Vergangenheit mehrere Präzisionsgewehre erworben haben. Seine ehemalige Lebensgefährtin sagte aus, der Mann habe ihr erzählt, während des Bosnienkriegs zunächst an Wochenenden nach Bosnien gereist zu sein. Später habe er sich dort über längere Zeiträume aufgehalten.
Im Mittelpunkt der Mailänder Ermittlungen stehen neben dem Beschuldigten drei weitere Italiener: ein 80-jähriger ehemaliger Lastwagenfahrer aus Friaul, ein 64-jähriger Unternehmer aus der Nähe von Mailand sowie ein Mann aus der Toskana. Die ersten drei wurden bereits in den vergangenen Monaten von der Staatsanwaltschaft vernommen und wiesen die Vorwürfe durch schriftliche Stellungnahmen oder spontane Erklärungen zurück.
Dem 64-jährigen früheren Kommunalbeamten aus Genua wird wie den drei weiteren Beschuldigten Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Nach Angaben der Ermittler sollen sie während der Belagerung Sarajevos durch bosnisch-serbische Truppen von den umliegenden Hügeln aus mit Präzisionsgewehren auf Zivilisten geschossen haben. Zu den mutmaßlichen Opfern zählten Frauen, ältere Menschen und Kinder.
Den Ermittlungen liegt eine Anzeige des Mailänder Schriftstellers Ezio Gavazzeni zugrunde. Demnach sollen Personen G
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